US-Schlag gegen türkisch-russischen Handel: Erdölhandel in Gefahr
Nachdem die USA neue Sanktionen gegen Unternehmen angekündigt haben, die mit Russland Handel treiben, ist der Handelsverkehr zwischen der Türkei und Russland rückläufig. Zwischen den beiden Ländern zeichnet sich eine „Zahlungskrise“ ab.
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12PUNTO AUSLANDSREDAKTION
Nach der Sanktionsankündigung der USA hat das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern begonnen zu sinken.
Obwohl die Sanktionsentscheidung der USA nicht direkt auf die russischen Energieexporte abzielt, hat sie die Rohölimporte aus Russland komplizierter gemacht. Die Zahlungen aus der Türkei nach Russland sind nahezu zum Erliegen gekommen. Während die Öllieferungen von Russland in die Türkei fortgesetzt werden, konnte für die Abwicklung der Zahlungen bisher keine Lösung gefunden werden. Sollte die „Zahlungskrise“ anhalten, könnten die türkischen Rohölimporte aus Russland ins Stocken geraten.
Experten zufolge zielten die US-Sanktionen darauf ab, die Einnahmen Russlands zu beeinträchtigen, ohne dabei einen übermäßigen Anstieg der weltweiten Ölpreise zu verursachen. Auch der Ölhandel Russlands mit Indien, den VAE und China wurde beeinträchtigt.
Russland ist derzeit das Land, das die meisten Rohöl- und Dieselimporte in die Türkei liefert. Die Türkei importiert jährlich 8,9 Millionen Tonnen Rohöl und 9,4 Millionen Tonnen Diesel aus Russland.
WIRD SICH DIE KRISE VERSCHÄRFEN?
Als Hauptgrund für die Zahlungsprobleme werden die verschärften „Compliance-Kriterien“ türkischer Banken gegenüber russischen Kunden und Unternehmen genannt. Diesen Kriterien zufolge müssen die Institutionen, an die Gelder aus der Türkei nach Russland überwiesen werden, von den durch die USA angekündigten Sanktionen ausgenommen sein.
Einem Vertreter eines russischen Ölunternehmens zufolge, der gegenüber Reuters sprach, hat in den letzten zwei bis drei Wochen kein Kunde aus der Türkei Zahlungen geleistet.
Im selben Bericht zitierte Reuters einen türkischen Beamten mit den Worten: „Nach den jüngsten Sanktionen ist es schwieriger geworden, Energiezahlungen an Russland zu leisten. Einige Zahlungen haben sich verzögert.“
Laut dem Reuters-Bericht erklärten russische Beamte, dass die Öllieferungen zwar fortgesetzt würden, die Ölexporte in die Türkei jedoch ins Stocken geraten könnten, falls das Problem nicht gelöst werde. Türkische Beamte erklärten hingegen, dass an einer „sorgfältigen Arbeit“ zur Lösung des Problems gearbeitet werde; die Banken würden an den „Compliance-Problemen“ arbeiten und die Zahlungsschwierigkeiten würden in Kürze behoben sein.