US-Senator verteidigt Goldbarren mit Verweis auf Schwiegermutter

Es wurde bekannt, dass der US-Senator Bob Menendez im Rahmen der gegen ihn erhobenen Bestechungsvorwürfe behauptet hat, die bei einer Hausdurchsuchung gefundenen Goldbarren stammten von der Mutter seiner Ehefrau Nadine (Arslanian) Menendez.

AA

Die Staatsanwaltschaft des südlichen Bezirks von New York hat ein 70-seitiges Zusatzdokument erstellt, um ihre Forderungen nach einem Haftbefehl gegen den wegen Bestechlichkeit angeklagten Menendez zu untermauern.

In den Zusatzunterlagen, die zahlreiche neue Informationen enthalten, wird darauf hingewiesen, dass der US-Senator einem Mitarbeiter gegenüber erklärt habe, die bei der Hausdurchsuchung gefundenen Goldbarren stammten von der „verstorbenen Mutter seiner Ehefrau“. Diese Aussage decke sich exakt mit den Worten, die Nadine Menendez gegenüber einem Juwelier geäußert habe.

In den neuen Dokumenten wird zudem festgehalten, dass die rund 500.000 US-Dollar Bargeld, die im Haus der Familie Menendez gefunden wurden, „in fünf Taschen hängend in einem großen Kleiderschrank sichergestellt“ wurden.

BESTECHUNGSVERFAHREN GEGEN MENENDEZ UND SEINE EHEFRAU

In der am 22. September beim Bundesgericht des südlichen Bezirks von New York eingereichten 39-seitigen Anklageschrift wurden gegen Bob Menendez und seine Ehefrau Nadine (Arslanian) Menendez Vorwürfe wegen Bestechlichkeit erhoben.

Neben den bei der Hausdurchsuchung gefundenen Goldbarren und dem versteckten Bargeld rückten in der Anklageschrift insbesondere Menendez' Einfluss auf offizielle Hilfsgelder für Ägypten während seiner Zeit als Vorsitzender des Senatsausschusses für auswärtige Beziehungen – ein Gremium, das maßgeblich über militärische Auslandshilfen des Kongresses entscheidet – sowie seine Beziehungen zu ägyptischstämmigen Geschäftsleuten und Firmen in New Jersey in den Fokus.

Menendez, der am Tag nach Bekanntwerden der Vorwürfe von seinem Vorsitz im Senatsausschuss für auswärtige Beziehungen zurücktreten musste, hatte dem Druck seiner Partei und der Öffentlichkeit widerstanden und erklärt, dass er nicht von seinem Sitz im Kongress zurücktreten werde.

Später wurde die erste Anklage gegen Menendez erweitert, wobei ihm vorgeworfen wurde, seine politische Position zugunsten Katars ausgenutzt zu haben, um sich persönliche Vorteile zu verschaffen.

Menendez, Sohn einer kubanischen Einwandererfamilie, ist im US-Kongress für seine Türkei-Feindlichkeit sowie seine Nähe zur griechischen und armenischen Lobby bekannt.

Als einer der führenden Gegner des von den USA geplanten F-16-Verkaufs an die Türkei brachte Menendez bei jeder Gelegenheit sein Unbehagen über die Politik der Türkei im Mittelmeer und in der Ägäis zum Ausdruck.