Warnung vom IWF: 'Selbst wenn der Krieg endet, werden die Auswirkungen jahrelang anhalten'

IWF-Chefin Kristalina Georgieva erklärte, dass der Konflikt im Nahen Osten das globale Wirtschaftswachstum verlangsamen und zu einem Anstieg der Inflation führen werde.

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'WIRTSCHAFTSWACHSTUM BEDROHT'

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, betonte, dass die negativen Auswirkungen der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten auf die Weltwirtschaft stetig zunehmen. In einem Gespräch mit Reuters am Montag, kurz vor den anstehenden IWF-Weltbank-Frühjahrstagungen, äußerte Georgieva, dass das globale Wirtschaftswachstum bedroht sei.

Der Ursprung der gravierenden Schwankungen auf den globalen Energiemärkten liegt in der faktischen Schließung der Straße von Hormus durch den Iran, über die ein Großteil der Öl- und Gastransporte der Region abgewickelt wird. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass Millionen Barrel Öl vom Markt genommen wurden, was zu einer Unterbrechung der globalen Energieversorgung führte.

Mit ihrem Kommentar „Alle Wege führen zu höheren Preisen“ wies Georgieva darauf hin, dass die Volatilität auf den Energiemärkten sowohl das Wachstum als auch die Inflation unter Druck setzt.

'DAS HAUPTRISIKO LIEGT BEI DEN ARMEN LÄNDERN'

Die IWF-Chefin erklärte, dass selbst eine schnelle Lösung zur Eindämmung des Konflikts dazu führen würde, dass die Institution ihre Wachstumsprognosen nach unten korrigiert. Eine Neubewertung der für 2026 prognostizierten globalen Wachstumsrate von 3,3 Prozent und der für 2027 erwarteten 3,2 Prozent steht auf der Tagesordnung. Es wird erwartet, dass der am 14. April erscheinende Bericht zum Weltwirtschaftsausblick Abwärtskorrekturen enthalten wird.

Georgieva merkte an, dass der Krieg zu einem Verlust von 13 Prozent bei der Energieversorgung geführt habe; neben den steigenden Ölpreisen gebe es auch ernsthafte Störungen in den Lieferketten für Helium und Düngemittel. Nach Informationen der Internationalen Energieagentur wurden in der Region 72 Energieanlagen in unterschiedlichem Ausmaß beschädigt; ein Drittel davon erlitt schwere Schäden. Es wird geschätzt, dass die Erholung der Erdgasproduktion in Katar Jahre dauern könnte.

Den größten Schaden werden den Angaben zufolge einkommensschwache, arme Länder mit begrenztem Zugang zu Energieressourcen erleiden. Georgieva betonte, dass diese Länder finanziell bereits in einer schwierigen Lage seien und steigende Preise das Risiko sozialer Unruhen erhöhen könnten. Da 85 Prozent der IWF-Mitgliedstaaten Energieimporteure sind, wird den Regierungen empfohlen, auf umfassende Energiesubventionen zu verzichten.

'MILLIONEN MENSCHEN VON NAHRUNGSMITTELKNAPPHEIT BEDROHT'

Dass der Preis für Brent-Öl aufgrund der Probleme in der Straße von Hormus die Marke von 110 Dollar erreichte, hat auch Sorgen um die Ernährungssicherheit ausgelöst. Georgieva merkte an, dass derzeit keine globale Nahrungsmittelkrise erwartet werde, Probleme bei den Düngemittellieferungen die Situation jedoch verschlechtern könnten. Laut einer Warnung des Welternährungsprogramms könnten Millionen Menschen bei einem Fortdauern des Konflikts bis in die Sommermonate mit schwerer Nahrungsmittelknappheit konfrontiert sein.

Kristalina Georgieva schloss ihre Erklärung mit den Worten: „Selbst wenn der Krieg heute enden würde, werden die negativen Folgen für die Weltwirtschaft noch viele Jahre lang spürbar sein.“