Wehrpflicht-Hürde bei Koalitionsverhandlungen in Deutschland... SPD-Abgeordnete: 'Wir werden nicht zustimmen'
Nach den vorgezogenen Bundestagswahlen in der vergangenen Woche haben in Deutschland die Koalitionsverhandlungen begonnen. Eine Gruppe von Abgeordneten der Sozialdemokratischen Partei (SPD) hat erklärt, dass sie die Kanzlerschaft von CDU-Chef Friedrich Merz nicht unterstützen werde.
12punto
12punto AUSLANDSREDAKTION
Der Widerstand der SPD-Abgeordneten gegen Merz hat die Spannungen bei den Koalitionsverhandlungen erhöht. Obwohl es hieß, die Gespräche in der vergangenen Woche seien in einer positiven und moderaten Atmosphäre verlaufen, hat die Opposition innerhalb der SPD den Prozess verkompliziert. Sollte es in Deutschland zu keinem Bündnis zwischen der SPD und dem Wahlsieger, der Union (CDU/CSU), kommen, müsste die CDU/CSU für eine Regierungsbildung mit der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD) verhandeln. Merz' Partei lehnte eine Zusammenarbeit mit der AfD bisher 'aus prinzipiellen Gründen' ab.
Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA befürworten 52 Prozent der Deutschen eine Koalition aus CDU/CSU und SPD. Demgegenüber lehnen 32 Prozent der Befragten diese Zusammenarbeit ab, während 16 Prozent angaben, unentschlossen zu sein.
Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet, haben mindestens 8 Abgeordnete der SPD-Bundestagsfraktion erklärt, dass sie die Wahl von Merz zum Bundeskanzler nicht unterstützen werden.
In dem Bericht wird festgehalten, dass der Streit zwischen der SPD und der CDU/CSU auf die Debatte um die 'Wehrpflicht' zurückzuführen sei. Merz hatte sich für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland ausgesprochen. Die SPD-Abgeordneten widersetzen sich der Kanzlerschaft von Merz aufgrund ihrer Differenzen in diesem Punkt.
CDU-Chef und Kanzlerkandidat Friedrich Merz
DEBATTE UM DIE WEHRPFLICHT
Die CDU/CSU unterstützte während des Wahlkampfs die Verabschiedung eines Wehrpflichtgesetzes. Generalleutnant Harald Gante von der Bundeswehr betonte, dass die Wehrpflicht wieder eingeführt werden müsse, um die Verteidigungsbedürfnisse des Landes zu decken.
Gante erklärte, dass die Bundeswehr in diesem Jahr 2.500 neue Soldaten ausbilden werde, und betonte, dass auch die militärische Infrastruktur unzureichend sei. Auch Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte zuvor geäußert, dass eine Wehrpflicht notwendig sein werde.
In einer Erklärung gegenüber der Nachrichtenagentur Deutsche Presse-Agentur (dpa) teilte Gante mit, dass die Verabschiedung eines Wehrpflichtgesetzes zur Stärkung der deutschen Verteidigung unvermeidlich sei, und äußerte sich wie folgt:
'Das auf Freiwilligkeit basierende System reicht nicht aus, damit unsere Armee ihre Aufgaben erfüllen kann. Ohne die Wehrpflicht können wir unsere Verteidigungsbedürfnisse nicht decken.'
Die Bundeswehr verfügt über 180.000 aktive Soldaten. Die Zahl der aktiven Soldaten der russischen Armee wird auf 2,5 Millionen geschätzt. Militärexperten zufolge müssen führende Länder ihre Truppenstärke erhöhen, damit Europa eine eigene Sicherheitsinitiative aufbauen kann. Quelle: Der Spiegel
WAHLEN IN DEUTSCHLAND: KOALITION UNVERMEIDLICH
Nach den vorläufigen Ergebnissen des Bundeswahlleiters wurde die CDU/CSU mit 28,6 Prozent der Stimmen stärkste Kraft. Die AfD stieg mit 20,8 Prozent auf den zweiten Platz. Die SPD erhielt 16,4 Prozent, die Grünen 11,6 Prozent und die Linke 8,8 Prozent. Während die Freie Demokratische Partei (FDP) mit 4,3 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, erreichte das erstmals angetretene 'Bündnis Sahra Wagenknecht' 4,9 Prozent.
Die Sitzverteilung im Bundestag stellt sich wie folgt dar: CDU/CSU 208, AfD 152, SPD 120, Grüne 85 und die Linke 62 Abgeordnete. Den Ergebnissen zufolge erreichte keine Partei eine parlamentarische Mehrheit für eine Alleinregierung. Die Sitzverteilung im Parlament macht die Bildung einer Koalitionsregierung zwischen CDU/CSU und SPD unvermeidlich.
Quelle: AA