Wir haben die Farben der Planeten falsch verstanden!

Eine in Großbritannien durchgeführte Studie hat ergeben, dass die tatsächlichen Farben von Neptun und Uranus nicht, wie in Quellen häufig beschrieben, dunkelblau und hellgrün sind.

BBC

Wie die BBC berichtet, haben britische Astronomen, die eine „präzisere“ Darstellung von Neptun und Uranus anstrebten, deren Fotos ihre wahren Farben nicht widerspiegeln, die Datensätze der NASA-Sonde Voyager 2 aus den 1980er Jahren erneut untersucht.

In diesem Rahmen nutzten die Forscher den Bildspektrographen des Hubble-Weltraumteleskops sowie den Multi-Unit Spectroscopic Explorer (MUSE) am „Very Large Telescope“ (VLT) der Europäischen Südsternwarte.

Die Spektrographen, die die von Voyager 2 in drei separaten Farbkanälen aufgenommenen Pixel neu zusammensetzten, zeigten, dass beide Planeten in sehr ähnlichen bläulich-grünen Tönen erscheinen.

FOTOS DER PLANETEN WURDEN ZUSAMMENGEFÜGT

Die Forscher erklärten, dass die Wissenschaftler, die die Bilder von Neptun und Uranus erstmals bearbeiteten, die drei von der Sonde gelieferten Fotos so kombinierten, dass die Farben heller und der Kontrast höher waren, um Merkmale der Planetenatmosphäre hervorzuheben.

Der leitende Forscher Prof. Patrick Irwin betonte, dass Astronomen schon lange wussten, dass die tatsächlichen Farben der beiden Planeten nicht mit denen auf den Fotos übereinstimmten.

Irwin sagte: „Die Planetenwissenschaftler jener Zeit waren sich bewusst, dass die Farben künstlich gesättigt wurden; die Fotos wurden mit diesem Wissen veröffentlicht, aber mit der Zeit ging diese Unterscheidung verloren.“

Die Untersuchung ergab zudem, dass eine dünne Dunstschicht auf dem Neptun der Atmosphäre einen blassen Blauton verleiht und dass der Uranus in den Sommer- und Wintermonaten, wenn einer seiner Pole der Sonne zugewandt ist, grüner erscheint. Die Studie wurde in den monatlichen Mitteilungen der „Royal Astronomical Society“ veröffentlicht.