Wohnhaus mit türkischen Bewohnern in Solingen in Brand gesetzt: 4 Tote, darunter 2 Kinder
In der deutschen Stadt Solingen sind bei einem Brandanschlag auf ein Wohnhaus vier bulgarische Staatsbürger türkischer Abstammung aus derselben Familie, darunter zwei Kinder, ums Leben gekommen; neun weitere Personen wurden verletzt.
İHA
In der deutschen Stadt Solingen wurde erneut ein Wohnhaus, in dem türkischstämmige Menschen lebten, in Brand gesetzt. Bei dem Feuer, das in der Nacht zum vergangenen Sonntag ausbrach, kamen vier bulgarische Staatsbürger türkischer Abstammung, darunter zwei Kinder, ums Leben, während neun weitere Personen verletzt wurden. Es wurde mitgeteilt, dass die Verstorbenen derselben Familie angehörten und als İsmail Zhilov (29), Kıymet (28), Gizem (5) und Elis (drei Monate alt) identifiziert wurden.
In einer Erklärung der Staatsanwaltschaft Wuppertal wurde mitgeteilt, dass es sich bei dem Brand um Brandstiftung handelte und das Feuer durch das Verschütten von brennbaren Flüssigkeiten gelegt wurde. Der Vorfall weckt Erinnerungen an die Brandkatastrophe von Solingen im Jahr 1993, bei der fünf türkische Staatsbürger ihr Leben verloren.
Das türkische Generalkonsulat in Düsseldorf erklärte: "Wir sprechen unseren bulgarisch-türkischen Landsleuten, die bei dem Brand in ihrem Wohnhaus in Solingen in den frühen Morgenstunden gestern ihr Leben verloren haben, unser Beileid aus, wünschen ihren trauernden Angehörigen viel Kraft und den Verletzten eine baldige Genesung.
Wir hoffen inständig, dass die Hintergründe dieses Brandes so schnell wie möglich untersucht und aufgeklärt werden. In diesem Zusammenhang wird unser Generalkonsulat weiterhin in Kontakt mit den zuständigen Behörden bleiben", hieß es.
DIE BRANDKATASTROPHE VON SOLINGEN
Am 29. Mai 1993 kamen bei einem von Neonazis verübten Brandanschlag auf ein Wohnhaus in Solingen die türkischen Staatsbürgerinnen Hülya Genç (9), Gülistan Öztürk (12) und Hatice Genç (18) noch am Tatort ums Leben, während Gürsün İnce (27) und Saime Genç (4) nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus ihren Verletzungen erlagen.
Die nach dem Vorfall gefassten Täter wurden vor Gericht gestellt; vier Rechtsextremisten erhielten verschiedene Haftstrafen. Zwei der Täter wurden wegen guter Führung vorzeitig entlassen. Die 1995 wegen Mordes verurteilten Täter wurden nach Verbüßung ihrer Haftstrafen auf freien Fuß gesetzt.