Globaler Reichtum erreicht 2026 Rekordniveau, während die Risikowahrnehmung der Milliardäre wächst
Das Gesamtvermögen der Milliardäre weltweit hat mit 15,8 Billionen US-Dollar den höchsten Stand der Geschichte erreicht. Doch die zunehmenden Unsicherheiten vertiefen auch die Sorgen der Superreichen.
12punto
Während das Vermögen weltweit rasant wächst, liegt der größte Fokus der Milliardäre für die Zukunft nicht mehr nur auf Wachstum, sondern auch auf Risikomanagement. Insbesondere geopolitische Spannungen, die durch Handelskriege verursachte Unsicherheit und die Vermögensnachfolge stehen als zentrale Themen auf der Agenda der Milliardärskreise.
Ein Blick auf die Daten des Berichts „Ziele der Milliardäre“ (Billionaire Ambitions), den die UBS für das Jahr 2025 erstellt hat, zeigt, dass die Zahl der Milliardäre weltweit zum Jahreswechsel 2025 auf 2.919 gestiegen ist. Innerhalb von nur einem Jahr wuchs das Gesamtvermögen um 13 Prozent auf 15,8 Billionen US-Dollar. Dieser bemerkenswerte Zuwachs ist vor allem auf den Wertanstieg bei Technologieunternehmen und die Beschleunigung innovativer Unternehmungen zurückzuführen.
ANSTIEG BEI DEN NEUEN TECHNOLOGIE-REICHEN IN DEN LETZTEN JAHREN
Bis 2025 kamen 196 neue Milliardäre hinzu, die größtenteils aus Technologie-, Finanz- und Industrieunternehmen mit Sitz in den USA und China stammen; diese Regionen führten auch beim Vermögenszuwachs. Das Gesamtvermögen der Milliardäre in den USA stieg um 18 Prozent auf 6,9 Billionen US-Dollar. In China lag die Wachstumsrate sogar bei über 22 Prozent. In Europa blieb der Zuwachs an Reichtum vergleichsweise begrenzter.
Ein weiteres hervorstechendes Element im Bericht sind die großen Vermögensübertragungen. 91 Personen wurden durch Erbschaften erstmals zu Milliardären. In den kommenden 15 Jahren wird ein Vermögensübergang von rund 5,9 Billionen US-Dollar erwartet; dies stellt eine der größten Vermögensübertragungen der jüngeren Zeit dar.
GROSSE RISIKEN AUF DER AGENDA DER MILLIARDÄRE
66 Prozent der an der Studie teilnehmenden Milliardäre bewerten Änderungen bei den Zöllen, 63 Prozent die zunehmende Gefahr geopolitischer Konflikte und 59 Prozent die politische Unsicherheit als Hauptbedrohungen für das Jahr 2026.
Regional betrachtet legen Milliardäre im asiatisch-pazifischen Raum ein größeres Gewicht auf Zoll- und Handelsrisiken, während diejenigen auf dem amerikanischen Kontinent Inflation und globale politische Spannungen an erste Stelle setzen.
WANDEL IN DEN ANLAGESTRATEGIEN
Obwohl Nordamerika für die globalen Reichen weiterhin ein führender Investitionsstandort bleibt, wird berichtet, dass das Interesse an der Region im Vergleich zum Vorjahr teilweise abgenommen hat. Europa und der asiatisch-pazifische Raum hingegen zeichnen sich durch ihre Attraktivität bei Chancen in Schwellenländern und Infrastrukturinvestitionen aus.
Milliardäre planen, in ihren Portfolios verstärkt auf Aktien aus Schwellenländern und insbesondere auf Infrastrukturprojekte zu setzen. Gold und Edelmetalle bleiben ebenfalls wichtige Instrumente zur Portfoliodiversifizierung.
LEBENSERWARTUNG UND NACHHALTIGKEITSSORGEN
Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis der letzten Zeit ist die Veränderung der Lebenserwartung bei Milliardären. 81 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie ein längeres Leben führen werden als noch vor 10 Jahren. Diese gestiegene Lebenserwartung bringt eine Reihe struktureller Anpassungen mit sich, von der Nachlassplanung bis hin zur Neugestaltung von Family-Office-Strukturen. Der Fokus liegt nicht mehr nur auf der Vermehrung des Vermögens, sondern hat sich darauf verlagert, wie das Vermögen geschützt und unter welchen Bedingungen es an die nächste Generation weitergegeben werden kann.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Auch wenn das Vermögen der Milliardäre weltweit einen historischen Höchststand erreicht hat, verlagert sich der eigentliche Kampf für die Reichen aufgrund zunehmender geopolitischer Risiken und bevorstehender großer Erbschaftsübertragungen auf den Schutz und die Verwaltung der bestehenden Vermögenswerte. Es zeigt sich, dass eine neue Ära begonnen hat, in der Nachhaltigkeit wichtiger ist als der reine Gewinn.