Aktuelle Daten veröffentlicht: Polen ist der weltweit größte Goldkäufer... Wie steht es um die Türkei?

Aktuellen Daten zufolge ist Polen zum weltweit größten Goldkäufer aufgestiegen. Die Türkei hat im zweiten Quartal dieses Jahres ihre Reserven um 15 Tonnen Gold aufgestockt. Damit hat die türkische Zentralbank in diesem Jahr bisher insgesamt 45 Tonnen Gold erworben.

12punto

Die Polnische Nationalbank (NBP) war laut dem World Gold Council im zweiten Quartal 2024 gemeinsam mit Indien der größte Goldkäufer unter den Zentralbanken. Dies geschah, nachdem die NBP etwa 19 Tonnen des Edelmetalls erworben hatte.

Der Präsident der Polnischen Nationalbank, Adam Glapinski, hatte bereits Anfang des Jahres erklärt, dass die Zentralbank plane, den Goldanteil an ihren Reserven auf 20 Prozent zu erhöhen. Derzeit macht Gold etwa 14,7 Prozent der Reserven der NBP aus.

Grzegorv Drózdz, Marktanalyst bei Conotoxia, sagte dazu: „Ende des zweiten Quartals dieses Jahres stiegen Polens Goldreserven auf 377,4 Tonnen. Das Tempo der Goldbarrenkäufe, die seit April dieses Jahres hauptsächlich bei der Bank of England gelagert werden, hat sogar die größten Volkswirtschaften der Welt übertroffen.“

Im zweiten Quartal überstieg der Goldpreis zudem ein Rekordniveau von 2.500 $ (2.249,26 €) pro Unze.

TCMB HAT RESERVEN UM 15 TONNEN GOLD ERWEITERT

Diese Situation hat zu weiteren Spekulationen darüber geführt, ob Gold derzeit eine gute Investition ist und warum Zentralbanken in letzter Zeit bestrebt sind, ihre Edelmetallreserven zu stützen.

Neben der polnischen und der indischen Zentralbank setzt auch die Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) ihre intensiven Goldkäufe fort und hat im zweiten Quartal 15 Tonnen zu ihren Reserven hinzugefügt. Damit hat die türkische Zentralbank in diesem Jahr bisher insgesamt 45 Tonnen Gold erworben.

Auch die Zentralbanken von Jordanien, Katar, Russland, Usbekistan, Kirgisistan, dem Irak und der Tschechischen Republik haben im zweiten Quartal erhebliche Mengen Gold gekauft.

CHINA HAT GOLDANKÄUFE VERLANGSAMT

Andererseits hat die chinesische Zentralbank (PBoC) ihre Goldkäufe im zweiten Quartal deutlich verlangsamt. In Polen ist die Goldnachfrage nach der Covid-19-Pandemie und aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges gestiegen. Viele Investoren befürchten, dass der russische Einmarsch in der Ukraine auf Polen übergreifen könnte, und möchten sich durch verstärkte Investitionen in Gold auf ein solches Szenario vorbereiten.

Auch in anderen Teilen der Welt treibt die hartnäckig hohe Inflation die Menschen verstärkt zum Gold, während andere geopolitische Schocks wie der Russland-Ukraine-Krieg und der Israel-Hamas-Krieg diesen Trend noch verschärfen.

Die Polnische Nationalbank gab zudem bekannt, dass sie neben Gold auch in ausländische Aktien und Unternehmensanleihen investiert, unterstützt durch börsengehandelte Fonds (ETFs), als eine weitere Möglichkeit zur Diversifizierung ihrer Reserven.