Anfälligkeit der türkischen Wirtschaft hält an

BBVA Research und ING Global haben umfassende Bewertungen zur Leistungsbilanz und den finanziellen Anfälligkeiten der Türkei abgegeben. Experten betonten die Auswirkungen des Außenhandelsdefizits und der Kapitalbewegungen auf den wirtschaftlichen Ausblick.

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BBVA Research und ING Global haben die Leistungsbilanzdaten der Türkei für September analysiert und die wesentlichen Faktoren erörtert, die den Verlauf dieser Bilanz beeinflussen. In den Analysen standen das Außenhandelsdefizit und die finanziellen Anfälligkeiten im Vordergrund.

Dem Bericht von ING Global zufolge verlief die Leistungsbilanz der Türkei im September im Einklang mit den Erwartungen. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass das Kapitalbilanzkonto eine wichtige Rolle bei der Entstehung dieses Saldos spielt. Bei näherer Betrachtung fiel auf, dass das Außenhandelsdefizit im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Das Institut erklärte, dass die Schwäche der Binnennachfrage und die Spannungen im Welthandel in der kommenden Zeit ausschlaggebend für die Leistungsbilanz sein werden.

BBVA Research betonte hingegen, dass die finanziellen Vermögenswerte der privaten Haushalte in der Türkei im zweiten Quartal im Verhältnis zum BIP gesunken seien, während der Anstieg der Netto-Kurzposition in Fremdwährungen die finanzielle Anfälligkeit erhöht habe. Im Bericht wurde mitgeteilt, dass die finanziellen Vermögenswerte der Haushalte auf 38,7 Prozent des BIP gesunken seien und die Netto-Kurzposition in Fremdwährungen mit 185 Milliarden Dollar den höchsten Stand seit 2018 erreicht habe.

BBVA Research bewertete die Lage zudem wie folgt: "Während das Verhältnis der Staatsverschuldung zum BIP weiterhin niedrig bleibt, zeigt der Anteil der Refinanzierung in Dollar im Bankensektor einen Anstieg. Im Gegenzug verlängern sich die Laufzeiten durch den steigenden Anteil der türkischen Lira an der Verschuldung."