Anleihenflut in den Industrienationen

Die Industrienationen bereiten sich darauf vor, zur Finanzierung ihrer Haushaltsdefizite für das Jahr 2024 Anleihen in Rekordhöhe zu emittieren. Schätzungen von Bloomberg Intelligence zufolge werden die USA, Großbritannien, die Eurozone und Japan in diesem Jahr neue Anleihen im Nettowert von 2,1 Billionen Dollar verkaufen. Dies entspricht einem Anstieg von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Die Regierungen der USA, Großbritanniens und der Eurozone bereiten sich darauf vor, in den kommenden Wochen Anleihen in einem selten gesehenen Tempo auf den Markt zu bringen.

Schätzungen von Bloomberg Intelligence zufolge werden diese Länder, die einst mit erheblichen Defiziten zu kämpfen hatten, zusammen mit Japan neue Anleihen im Nettowert von 2,1 Billionen Dollar verkaufen, um ihre Ausgabenpläne für 2024 zu finanzieren – ein Anstieg von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In jüngster Zeit schienen die Sorgen über die wachsenden Haushaltsdefizite in den Industrienationen nachgelassen zu haben. Dies war auf den Rückgang der Inflation und den Fokus der Anleger auf Zinssenkungen zurückzuführen. Viele Analysten am Anleihemarkt weisen jedoch darauf hin, dass angesichts der aktuellen Angebots- und Nachfragedynamik die Bedenken hinsichtlich der Haushaltsdefizite wieder in den Vordergrund rücken könnten.

Padhraic Garvey, Leiter der globalen Anleihe- und Zinsstrategie bei ING Financial Markets, erklärte: "Der Markt konzentriert sich derzeit auf den Zinszyklus der Fed. Sobald das Neuartige an diesem Thema verblasst, werden wir uns wieder verstärkt Sorgen um das Haushaltsdefizit machen."

Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeigen, dass die Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP in den Industrienationen seit der Pandemie aufgrund des gestiegenen Finanzierungsbedarfs der Regierungen von 75 Prozent vor 20 Jahren auf über 112 Prozent gestiegen ist.