Armut-Pandemie in Muğla: Drastische Kürzungen bei den Haushaltsausgaben

Die Wirtschaftskrise in Muğla verschärft sich; die Bevölkerung sieht sich gezwungen, ihre Ausgaben massiv zu kürzen – von den Kosten für Lebensmittel bis hin zu sozialen Aktivitäten. Frauen und ältere Menschen gehören zu den am stärksten betroffenen Gruppen.

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Die Wirtschaftskrise, die die Türkei erfasst hat, ist auch in Muğla deutlich spürbar. 

Eine Untersuchung der Planungsagentur Muğla (MUPA) hat ergeben, dass die Bevölkerung von Muğla ihre Ausgaben für Lebensmittel, Hygiene, Kleidung und soziale Aktivitäten drastisch reduziert hat. Besonders auffällig ist der hohe Anteil bei Frauen und älteren Menschen.

Der Bürgermeister der Stadt Muğla und Vorsitzender der Union der Gemeinden der Ägäisküste, Ahmet Aras, teilte in einer Fernsehsendung die Daten zur Armut-Pandemie in Muğla. 

LEBENSMITTELAUSGABEN WERDEN GEKÜRZT

Den Ergebnissen der MUPA-Studie zufolge gaben 57,9 Prozent der Menschen in Muğla an, ihre Ausgaben für Lebensmittel gekürzt zu haben. Während der Anteil der Männer, die ihre Lebensmittelausgaben einschränken, bei 51,4 Prozent liegt, ist dieser Wert bei Frauen mit 64,1 Prozent deutlich höher. Die Altersgruppe, die ihre Lebensmittelausgaben am stärksten einschränkt, ist die der 55- bis 64-Jährigen mit 69 Prozent. In der Gruppe der über 65-Jährigen wurde dieser Wert mit fast 60 Prozent gemessen.

NEUKÄUFE VON KLEIDUNG SIND KAUM MÖGLICH

Eine weitere Auswirkung der Krise zeigt sich im Rückgang der Ausgaben für Kleidung. 70,8 Prozent der Bevölkerung von Muğla gaben an, aufgrund der Wirtschaftskrise keine neue Kleidung kaufen zu können.

Ähnlich wie bei den Lebensmittelausgaben war auch bei den Ausgaben für neue Kleidung der Anteil der Frauen höher als der der Männer. Demnach gaben 75,7 Prozent der Frauen an, ihre Ausgaben für Kleidung gekürzt zu haben, während dieser Wert bei den Männern bei 66 Prozent lag. Mit zunehmendem Alter stieg auch der Rückgang bei den Ausgaben für neue Kleidung. 20,2 Prozent der Bürger über 65 Jahre gaben an, überhaupt keine neue Kleidung mehr zu kaufen, 16,1 Prozent gaben an, ihre Ausgaben in diesem Bereich stark gekürzt zu haben, und 35,3 Prozent merkten an, ihre Ausgaben im Vergleich zu früher reduziert zu haben.

KEIN SOZIALES LEBEN MEHR

In den Untersuchungen der Planungsagentur Muğla wurde zudem der Einfluss der Krise auf soziale und kulturelle Ausgaben gemessen. 

Es stellte sich heraus, dass 70 Prozent der in Muğla lebenden Bürger ihre Ausgaben für soziale und kulturelle Aktivitäten entweder reduziert oder vollständig eingestellt haben. Während 74,2 Prozent der Frauen angaben, ihre Ausgaben in diesem Bereich gekürzt zu haben, gaben 65,8 Prozent der Männer dieselbe Antwort. Mit zunehmendem Alter stieg auch der Anteil derer, die auf soziale Aktivitäten verzichten. Auffällig ist, dass 72,4 Prozent der Bürger im Alter von 45 bis 54 Jahren, 74,9 Prozent der 55- bis 64-Jährigen und 72,7 Prozent der über 65-Jährigen ihre Ausgaben in diesem Bereich gekürzt haben. 

RÜCKGANG AUCH BEI HYGIENE UND TRANSPORT

Die Daten von MUPA zeigen, dass auch die Ausgaben für grundlegende menschliche Bedürfnisse dramatisch zurückgegangen sind. 

Demnach gab jeder dritte Mensch in Muğla an, seine Ausgaben für Hygieneprodukte gekürzt zu haben, wobei der Anteil der Frauen, die ihre Ausgaben für Hygieneprodukte einschränkten, bei 34 Prozent lag. Besonders auffällig war der hohe Anteil der Bürger im Alter von 55 bis 64 Jahren, die Kürzungen vornahmen (41,3 Prozent). 

Die Untersuchung zum Thema Transport ergab, dass jeder zweite Mensch seine Transportausgaben gekürzt hat. Auch in diesem Bereich war der Anteil der Frauen (50,5 Prozent) höher als der der Männer (42,4 Prozent). Auch hier wurde gemessen, dass Menschen im Alter von 55 bis 64 Jahren mit 54,2 Prozent häufiger Kürzungen vornahmen als andere Altersgruppen.