Brent-Ölpreise im Sinkflug: Chinesische Konjunkturpakete und libysches Angebot beeinflussen den Markt
Der Preis für ein Barrel Brent-Öl notiert bei 71,19 Dollar, nachdem er gestern auf bis zu 73,28 Dollar gestiegen war. Während Chinas wirtschaftliche Konjunkturmaßnahmen die Preise stützen, begrenzen Sorgen über ein steigendes Angebot aus Libyen den Preisanstieg.
AA
Der Preis für ein Barrel Brent-Öl notiert auf den internationalen Märkten bei 71,19 Dollar. Obwohl der Preis für ein Barrel Brent-Öl gestern auf bis zu 73,28 Dollar gestiegen war, beendete er den Tag bei 71,09 Dollar. Um 09:25 Uhr lag der Preis damit 0,14 Prozent über dem Schlusskurs bei 71,19 Dollar. Zur gleichen Zeit wurde ein Barrel der US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) zu 67,81 Dollar gehandelt.
Die wirtschaftlichen Konjunkturmaßnahmen aus China, dem weltweit größten Rohölimporteur, haben einen entscheidenden Einfluss auf die Preise. Die chinesische Zentralbank (PBoC), die in dieser Woche eine Reihe von Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft angekündigt hat, gab zuletzt bekannt, dass sie die Mindestreservesätze für Banken und Kreditinstitute um 50 Basispunkte senkt. Experten gehen davon aus, dass diese wirtschaftlichen Anreize China dabei helfen werden, seine Wachstumsziele zu erreichen. Dies stützt die Preise aufgrund der erwarteten Erholung der Ölnachfrage des Landes.
DER LIBYEN-EFFEKT
Andererseits begrenzt ein möglicher Anstieg des Angebots aus Libyen den Preisanstieg. Die von der Repräsentantenversammlung im Osten Libyens eingesetzte Regierung hatte aufgrund von Streitigkeiten über die Führung der Zentralbank „höhere Gewalt“ an den Ölfeldern ausgerufen und die Einstellung von Produktion und Export beschlossen. Da sich jedoch die Repräsentantenversammlung und der Hohe Staatsrat in Tripolis auf die Führungspersonen der Zentralbank geeinigt haben, wird erwartet, dass sich das libysche Ölangebot erholt und täglich etwa 500.000 Barrel Öl auf den Weltmarkt zurückkehren.
Zudem üben Berichte, wonach Saudi-Arabien seine Produktion erhöhen könnte, Abwärtsdruck auf die Preise aus. Informationen, dass Riad bereit sei, sein Ziel von 100 Dollar pro Barrel aufzugeben, um Marktanteile zurückzugewinnen, verstärken die Sorgen, dass sich die OPEC+-Staaten von ihren Vereinbarungen zur Angebotskürzung zurückziehen könnten. Derzeit kürzt die OPEC+-Gruppe das Angebot um täglich 5,86 Millionen Barrel. Diese Menge entspricht etwa 5,7 Prozent der weltweiten Nachfrage.
Bei der technischen Analyse von Brent-Öl wird darauf hingewiesen, dass der Bereich zwischen 73,36 und 76,44 Dollar als Widerstand und der Bereich zwischen 70,28 und 67,20 Dollar als Unterstützungszone beobachtet werden kann.