Citi-Prognose für den Leitzins der türkischen Zentralbank zum Jahresende
In einer nach der August-Inflation veröffentlichten Analyse erklärte Citi Research, dass der Inflationsdruck weiterhin anhalte, und rechnet daher für September nicht mit einer Zinsänderung durch die türkische Zentralbank (TCMB).
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Citi Research hat nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten für August seine Einschätzung zur türkischen Wirtschaft und Geldpolitik vorgelegt. In dem Bericht wird betont, dass trotz der Abschwächung der Binnennachfrage keine nennenswerten Fortschritte im Desinflationsprozess erzielt wurden und der Inflationsdruck weiterhin hartnäckig bleibt.
Die Bank erklärte, sie erwarte nicht, dass die Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) auf ihrer Sitzung des geldpolitischen Ausschusses im September den Leitzins ändern werde. Laut Citi wird der Spielraum für Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte begrenzt bleiben und der Leitzins das Jahr 2026 bei 35 Prozent beenden.
VERSCHLECHTERUNG DER INFLATIONSERWARTUNGEN
Der Bericht verweist zudem auf die Daten der Umfrage der TCMB unter Marktteilnehmern. Demnach ist die BIP-Wachstumserwartung für das Jahr 2026 den fünften Monat in Folge gesunken. Die Wachstumserwartung für das Jahresende, die im März noch bei 3,84 Prozent lag, wurde auf 3,1 Prozent korrigiert.
Die Analysten von Citi stellten fest, dass trotz des Rückgangs der Wachstumserwartungen bei den Preissteigerungen nicht das gewünschte Maß an Entspannung zu beobachten sei. Im Bericht wurde vermerkt, dass die Inflationserwartung für die nächsten 12 Monate seit ihrem Tiefstand im Februar um 159 Basispunkte auf 23,69 Prozent gestiegen ist.
Dass die Inflationserwartung für die nächsten 24 Monate erstmals seit Januar 2025 die 18-Prozent-Marke überschritten hat, wurde im Bericht ebenfalls als bemerkenswerter Punkt hervorgehoben. Laut Citi deutet dieses Bild nicht nur auf einen kurzfristigen Inflationspfad hin, sondern auch auf eine Schwächung der Erwartungsanker.
Im August lag die jährliche Verbraucherpreisinflation (VPI) bei 31,51 Prozent. Dieser Wert blieb leicht unter der Markterwartung von 31,60 Prozent und der Prognose von Citi in Höhe von 31,70 Prozent. Im Bericht wurde angegeben, dass der relativ ruhige Verlauf der Lebensmittelpreise und die moderate Entwicklung in der Bekleidungsgruppe zu dieser begrenzten Abweichung beigetragen hätten.
Dennoch wurde darauf hingewiesen, dass die Kerninflationsindikatoren weiterhin bei etwa 30 Prozent jährlich liegen, während die Dienstleistungsinflation bei Werten nahe 40 Prozent verharrt. Citi bewertete, dass die saisonbereinigten Daten keine nennenswerte Verbesserung des zugrunde liegenden Inflationstrends erkennen lassen.
Zudem wurde im Bericht die Anpassung der Finanzierungskosten der TCMB an den einwöchigen Repo-Zinssatz von 37 Prozent als ein Schritt zu einer begrenzten geldpolitischen Lockerung interpretiert. Citi argumentierte, dass die Inflationsresistenz trotz der schwächelnden Binnennachfrage zeige, dass die Schocks eher angebotsseitiger und struktureller Natur seien als vorübergehend.
Die Bank erwartet, dass die Inflation zum Jahresende in der Nähe ihres aktuellen Niveaus liegen wird und das Jahr 2025 leicht über dem Niveau von 30,9 Prozent abschließen wird.