Deutscher Pharmakonzern Bayer verliert Glyphosat-Prozess in den USA

Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat in den USA einen Prozess um das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat verloren, bei dem behauptet wurde, es verursache Krebs. Das Unternehmen wurde zur Zahlung von 1,25 Millionen US-Dollar Schadenersatz verurteilt.

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Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat in den USA einen Prozess wegen des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat verloren.

Der Kläger John Durnell hatte in den USA vor einem Gericht in St. Louis im Bundesstaat Missouri Klage gegen das deutsche Unternehmen eingereicht, mit der Behauptung, dass der im Unkrautvernichtungsmittel Roundup enthaltene Wirkstoff Glyphosat bei ihm Krebs verursacht habe.

Die Jury entschied am Freitag, dass Bayer an John Durnell 1,25 Millionen US-Dollar zahlen muss. Durnells Anwalt Wylie Blair erklärte, dies sei der erste Prozess gewesen, der beweise, dass neben dem Hauptwirkstoff Glyphosat auch andere Chemikalien in dem Mittel Krebs verursachen könnten.

In einer Stellungnahme von Bayer wurde mitgeteilt, dass das Unternehmen gegen das Urteil Berufung einlegen werde.

Nach der Übernahme des US-Agrarkonzerns Monsanto für 63 Milliarden Dollar im Jahr 2018 wurde Bayer in zahlreichen Klagen von Personen, die behaupteten, das von Monsanto entwickelte glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel Roundup sei ein wesentlicher Faktor für die Entstehung von Krebs, zu Milliardenstrafen und Entschädigungszahlungen verurteilt.

Während Bayer die Vorwürfe bezüglich Glyphosat zurückweist, stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) Glyphosat im Jahr 2015 als krebserregend ein.

Bayer hatte 2020 angekündigt, sich in den gegen das Unternehmen geführten US-Verfahren auf einen Vergleich geeinigt zu haben und 10,9 Milliarden US-Dollar an die Kläger zu zahlen. Trotz dieser Einigung sieht sich das Unternehmen weiterhin mit rund 40.000 Klagen im Zusammenhang mit Roundup konfrontiert.