Deutschland stoppt F126-Fregattenprogramm, Rheinmetall-Aktien brechen ein

Die Entscheidung Berlins, das F126-Programm aufgrund von Kosten und Verzögerungen zu beenden, führte zu einem Kursverlust der Rheinmetall-Aktie von bis zu 13 Prozent.

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Der Abbruch des F126-Fregattenprogramms durch Deutschland hat zu einem massiven Ausverkauf der Aktien des Rüstungskonzerns Rheinmetall geführt. Wie Euronews berichtet, verloren die Unternehmensaktien nach der Entscheidung bis zu 13 Prozent an Wert.

Die Berliner Regierung hat das Projekt, das sechs F126-Kriegsschiffe umfasste – die zu den größten Fregatten der Welt zählen sollten –, aufgrund von Verzögerungen, erwarteten Kostensteigerungen und technischen Risiken aufgegeben. Bei einer Umsetzung des Auftrags hätte es sich um eine der größten Beschaffungen von Kriegsschiffen seit dem Zweiten Weltkrieg gehandelt.

Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Gesamtkosten bei einer Fortführung des Programms auf über 18 Milliarden Euro hätten steigen können. Ursprünglich war für die sechs Schiffe ein Budget von etwa 10 Milliarden Euro vorgesehen. Vor der Stornierung des Projekts wurden bereits rund 2,3 Milliarden Euro für Design, Software, Konstruktion und Auftragnehmerzahlungen aufgewendet.

NEUER KURS: KLEINERE SCHIFFE

Dem Plan von Verteidigungsminister Boris Pistorius zufolge wird Deutschland anstelle der F126 auf kleinere Fregatten der Klasse MEKO A-200 setzen. Nachdem Berlin die neuen Aufträge an TKMS vergeben hat, verzeichneten die Aktien von ThyssenKrupp Marine Systems im frühen Handel einen Anstieg von etwa 10 Prozent.

Im Rahmen des neuen Plans wird erwartet, dass Deutschland zusätzlich zu den bereits bestellten vier Schiffen insgesamt acht MEKO A-200-Fregatten beschafft. Während die MEKO A-200 eine Länge von etwa 120 Metern und eine Verdrängung von 4.200 Tonnen aufweisen, waren die stornierten F126-Schiffe mit einer Länge von 166 Metern und einer Verdrängung von 10.500 Tonnen als deutlich größere Plattformen konzipiert.

Die Auslieferung der F126-Schiffe war für 2029 geplant. Das Programm wurde ursprünglich während der Amtszeit von Ursula von der Leyen als Verteidigungsministerin gestartet, später wurde ein Vertrag mit der niederländischen Damen Shipyards Group für die Produktion geschlossen. Nach aufgetretenen Problemen wurde das Projektmanagement im März 2026 an Lürssen Naval Vessels übertragen, das von Rheinmetall übernommen wurde.

Die deutsche Marineplanung fällt zeitlich mit den Sicherheitsfragen im Nahen Osten zusammen. Es wurde berichtet, dass Berlin gemeinsam mit Großbritannien und Frankreich Optionen für einen Beitrag zu möglichen Minenräumaktivitäten in der Straße von Hormus prüft und die Fregatte Fulda sowie das Unterstützungsschiff Mosel bereits vor Wochen in die Region entsandt wurden.