Die Klimabranche in der Türkei bleibt eine aufstrebende Kraft im Export
Die Klimabranche in der Türkei zeichnet sich durch ein stetiges Exportwachstum aus und gewinnt im Zuge der grünen Transformation zunehmend an strategischer Bedeutung. Die Kapazitäten der heimischen Produktion und Investitionen in Innovationen innerhalb der Branche tragen dazu bei, das Land auf der globalen Bühne wettbewerbsfähiger zu machen.
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Die Klimabranche, die Heizungs-, Kühl-, Lüftungs- und Klimatisierungssysteme umfasst, ist ein Industriezweig, der darauf abzielt, Komfort und Effizienz in Wohn-, Arbeits- und Produktionsbereichen zu gewährleisten. Dieser Bereich, bekannt unter dem Kürzel HVAC (Heating, Ventilation and Air Conditioning), spielt eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den globalen Klimawandel und zählt zu den Branchen mit den höchsten Erwartungen an die Energieeffizienz. In der Türkei ebnen die Investitionen der Branche in F&E-Zentren und die Vorreiterrolle heimischer Marken bei neuen Technologien den Weg, um ein effektiver Akteur auf dem Weltmarkt zu werden.
Klimatisierungssysteme, die in der Vergangenheit lediglich zur Steigerung der Lebensqualität bevorzugt wurden, werden heute im Hinblick auf Ziele wie Energieeinsparung, Nachhaltigkeit und geringe CO2-Emissionen neu gestaltet. Der weltweit schnell wachsende Markt hat durch die zunehmende Urbanisierung und die steigende Nachfrage aufgrund extremer Temperaturschwankungen in den Jahren 2024-2025 ein Volumen von etwa 220 bis 280 Milliarden Dollar erreicht. Es wird prognostiziert, dass diese Zahl in den 2030er Jahren auf 400 Milliarden Dollar ansteigen wird.
AUFMERKSAMKEIT DURCH NACHFRAGE IM NAHEN OSTEN
Während der asiatisch-pazifische Raum aufgrund seiner wachsenden Bevölkerung und der Entwicklungen im Bausektor weltweit zum Wachstumsmotor wird, orientieren sich Europa und Nordamerika insbesondere an energieeffizienten und intelligenten Technologien. Der Nahe Osten und Afrika hingegen fallen aufgrund der klimatischen Bedingungen durch eine hohe Nachfrage nach Kühlung auf.
Gesetzliche Vorschriften und Initiativen zur Energieeffizienz sorgen dafür, dass sich die Branche weltweit schnell wandelt. Smart-Home-Systeme, KI-gestützte Kontrollinfrastrukturen, Kältemittel mit geringer Umweltbelastung und Digitalisierung werden zu den grundlegenden Elementen der Transformation des Klimamarktes.
Die Türkei ist dank ihrer starken Industrieinfrastruktur und ihrer Nähe zu Europa ein bedeutender Produktions- und Lieferstandort für viele Klimaprodukte, insbesondere Klimaanlagen. Während der Exportwert unserer Branche im Jahr 2024 die 7-Milliarden-Dollar-Marke überschritt, beliefen sich die Importe auf etwa 10 Milliarden Dollar. Trotz des Außenhandelsdefizits wird der Anstieg der Exporte als ermutigend für den Auftritt der Branche auf dem globalen Parkett angesehen. Obwohl die Türkei noch nicht zu den Marktführern zählt, nimmt sie eine angesehene Lieferantenrolle in Europa, dem Nahen Osten und den nordafrikanischen Ländern ein.
Eines der größten Ziele der Branche ist es, das innovations- und wertschöpfungsorientierte Wachstum auch 2025 und darüber hinaus nachhaltig zu gestalten. Insbesondere die Erhöhung der F&E-Investitionen, die Stärkung der Kooperationen zwischen Universität und Industrie sowie eine höhere Sichtbarkeit türkischer Marken im Ausland stehen dabei im Vordergrund.
Dennoch steht die Branche auch vor Herausforderungen. Der Anstieg der Energiekosten beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Hersteller, während der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften sowohl in der Türkei als auch weltweit häufig thematisiert wird.
Mit Blick auf die Zukunft wird erwartet, dass im Einklang mit dem Ziel der Netto-Null-Energie elektrische und effiziente Systeme in den Vordergrund rücken und Kältemittel mit niedrigem GWP sowie umweltfreundliche Designs zum Standard werden. Es wird erwartet, dass sich Klimatisierungssysteme, die mit intelligenten Gebäuden und Automatisierungssystemen integriert arbeiten, verbreiten und die Digitalisierung zu tiefgreifenden Veränderungen in den Geschäftsprozessen führen wird.
Darüber hinaus gewinnt für die Zukunft der Branche der Übergang von rein produktbasierten Geschäftsmodellen hin zu serviceorientierten Ansätzen, die Wartung, Leistungsüberwachung und langfristige Lösungen bieten, an Bedeutung. Die Diversifizierung der Exportmärkte der Türkei, die Ausrichtung auf schnell wachsende Regionen wie den Nahen Osten und Afrika sowie die Förderung des Exports von Produkten mit hoher Wertschöpfung werden zu den entscheidenden Strategien der kommenden Jahre gehören.