Die Länder mit den meisten Schengen-Visumanträgen stehen fest

Angesichts der in den letzten Jahren gestiegenen Visagebühren beliefen sich die Gesamtkosten für Schengen-Visumanträge aus der Türkei in den letzten 15 Jahren auf rund 890 Millionen Euro.

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Die Schengen-Kurzzeitvisum-Statistiken der Europäischen Kommission für das Jahr 2025 haben die hohe Nachfrage türkischer Staatsbürger nach Visa erneut verdeutlicht. Während die Anzahl der Anträge aus der Türkei nach China den zweithöchsten Stand erreichte, sind auch die finanziellen und bürokratischen Hürden, mit denen Antragsteller konfrontiert sind, bemerkenswert.

Den Daten für 2025 zufolge gingen bei den Konsulaten der EU- und Schengen-Staaten weltweit insgesamt rund 12 Millionen Anträge auf Kurzzeitvisa ein. Dies entspricht einem Anstieg von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 15,5 Prozent im Vergleich zu 2023. Es wird angegeben, dass die Schengen-Staaten insgesamt mehr als 10 Millionen Visa genehmigt haben. Die weltweite Ablehnungsquote für Visa wurde mit 14,8 Prozent beziffert.

DER ANSTIEG DER ANTRAGSZAHLEN AUS DER TÜRKEI

China belegte 2025 mit 1,8 Millionen Anträgen den ersten Platz. Dahinter folgt die Türkei mit über 1,25 Millionen Anträgen. In der Liste folgen auf die Türkei Indien, Russland und Marokko. Die Anzahl der an türkische Staatsbürger erteilten Visa wurde auf etwa 1,07 Millionen beziffert. Die Ablehnungsquote für Antragsteller aus der Türkei liegt mit 14,6 Prozent nahe am weltweiten Durchschnitt.

Während die Quote für die Erteilung von Visa mit mehrfacher Einreise (Multi-Entry) in der Türkei 69 Prozent erreichte, liegt dieser Wert im Schengen-Raum insgesamt bei 51,2 Prozent. Die Anträge aus der Türkei richteten sich hauptsächlich an die Konsulate von Griechenland, Deutschland, Frankreich und Italien.

NIVEAU VOR DER PANDEMIE NOCH NICHT ERREICHT

Obwohl ein Anstieg der Antragszahlen zu beobachten ist, liegt die Gesamtnachfrage nach dem Schengen-Raum immer noch unter dem Niveau vor der Pandemie. Während die Anzahl der Anträge im Jahr 2019 bei 17 Millionen lag, blieb diese Zahl im Jahr 2025 auf etwa 12 Millionen begrenzt. Ähnlich verhält es sich mit der Anzahl der Visagenehmigungen, die ebenfalls unter den 15 Millionen von 2019 liegt.

DIE RIESIGE SUMME, DIE TÜRKEN FÜR VISA AUSGEBEN

Analysen der Stiftung für wirtschaftliche Entwicklung (İktisadi Kalkınma Vakfı) zufolge nähert sich die Summe der für Schengen-Anträge aus der Türkei zwischen 2010 und 2025 gezahlten Visagebühren 890 Millionen Euro. Während 2010 etwa 34 Millionen Euro ausgegeben wurden, überstieg dieser Betrag 2025 die Marke von 114 Millionen Euro. Insbesondere durch die Erhöhung der Visagebühr auf 90 Euro im Jahr 2024 überstiegen die Kosten der letzten zwei Jahre 220 Millionen Euro.

Es wird jedoch betont, dass diese Berechnungen nur die von den Konsulaten erhobenen Standard-Visagebühren umfassen und Gebühren für Vermittlungsstellen, notarielle Beglaubigungen, Bankkosten sowie zusätzliche Zahlungen für den Terminvergabeprozess nicht enthalten sind. Es wird unterstrichen, dass die tatsächlichen Kosten weit über den offiziellen Zahlen liegen.

SCHWIERIGKEITEN IM ANTRAGSPROZESS DAUERN AN

Zu den Hauptproblemen, mit denen türkische Staatsbürger bei der Beantragung eines Schengen-Visums konfrontiert sind, gehören Schwierigkeiten bei der Terminfindung, lange Wartezeiten und Forderungen nach persönlichen Dokumenten. Zudem stößt der Umstand, dass Terminslots einiger Konsulate über Vermittlungsstellen zu hohen Preisen verkauft werden, auf Kritik.

Nach Einschätzung der Stiftung für wirtschaftliche Entwicklung halten Türken trotz steigender Kosten und bürokratischer Hürden aufgrund von Reisen, Bildung, Arbeit und familiären Bindungen nach Europa weiterhin an ihrer hohen Nachfrage nach Schengen-Visa fest.

Dieses Bild erweist sich als ein wichtiger Indikator für die soziale und wirtschaftliche Dimension der Beziehungen zwischen der Türkei und Europa.