Die Märkte warteten gespannt: Anstieg bei der Inflationsprognose der Zentralbank
Der Gouverneur der Zentralbank der Republik Türkei (TCMB), Fatih Karahan, hat den ersten Inflationsbericht des Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt. Karahan erklärte: „Wir prognostizieren, dass die Inflation im Jahr 2026 in einer Spanne zwischen 15 und 21 Prozent liegen wird. Für Ende 2027 deuten unsere Prognosen darauf hin, dass die Inflation auf einen Bereich zwischen 6 und 12 Prozent zurückgehen wird.“
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Die Zentralbank der Republik Türkei hat ihren ersten Inflationsbericht für das Jahr 2026 veröffentlicht. TCMB-Gouverneur Fatih Karahan, der den Bericht präsentierte, äußerte sich sowohl zum Inflationsausblick als auch zum geldpolitischen Rahmen.
Karahan wies auf die Starrheit in der Dienstleistungsgruppe hin und sagte: „Wir halten es für wertvoll, dass die Trägheit, die bei einigen Dienstleistungsposten wie Mieten lange Zeit Widerstand leistete, in dieser Periode Anzeichen einer Abschwächung zeigt. In der Tat wird diese Entwicklung eines der Schlüsselelemente für den weiteren Verlauf des Desinflationsprozesses sein. Andererseits hat die jüngste Vergangenheit erneut gezeigt, dass sowohl inländische als auch globale Dynamiken Auswirkungen und Risiken bergen, die je nach Entwicklung des Inflationsverlaufs variieren können. Dies unterstreicht die Bedeutung unserer vorsichtigen geldpolitischen Haltung, die wir mit einem datengestützten Ansatz verfolgen. Daher möchte ich betonen, dass wir bereit sind, alle geldpolitischen Instrumente auch in der kommenden Zeit entschlossen einzusetzen, um weiterhin die positiven Auswirkungen unserer straffen Geldpolitik auf die Inflation zu sehen.“
INFLATIONSPROGNOSE VERÖFFENTLICHT
Zu den mittelfristigen Projektionen sagte Karahan: „Wir prognostizieren, dass die Inflation im Jahr 2026 in einer Spanne zwischen 15 und 21 Prozent liegen wird. Für Ende 2027 deuten unsere Prognosen darauf hin, dass die Inflation auf einen Bereich zwischen 6 und 12 Prozent zurückgehen wird. Unser Inflationsziel haben wir für die Jahre 2026 und 2027 bei 16 Prozent bzw. 9 Prozent beibehalten. Für das Jahr 2028 haben wir unser Zwischenziel auf 8 Prozent festgelegt. Wir gehen davon aus, dass sich die Inflation nach dem Rückgang auf 8 Prozent im Jahr 2028 mittelfristig bei 5 Prozent stabilisieren wird. Bei der Aktualisierung der Prognosespanne für 2026 spielten neben der Konkretisierung bestimmter Risiken und Annahmerevisionen auch die Erhöhung des Anteils der Dienstleistungsgruppe am Warenkorb bei der Berechnung des Verbraucherpreisindex (VPI) eine Rolle.“
Damit hat die Zentralbank den Desinflationspfad und die Zwischenziele für 2026 und die Folgejahre erneut bestätigt.
„WIR WERDEN DIE STRAFFE GELD POLITIK BEIBEHALTEN“
Karahan gab eine Botschaft zur geldpolitischen Haltung ab: „Wir werden unsere straffe geldpolitische Haltung beibehalten, um unsere Zwischenziele im Desinflationsprozess zu erreichen. Unsere vorsichtige, straffe Geldpolitik, die wir bis zur Erreichung der Preisstabilität fortsetzen werden, wird den Desinflationsprozess über die Kanäle Nachfrage, Wechselkurs und Erwartungen stärken. Makroprudenzielle Maßnahmen, die den geldpolitischen Transmissionsmechanismus unterstützen, werden ebenfalls zu diesem Prozess beitragen. Wir werden den Leitzins weiterhin so festlegen, dass die durch die Desinflation bedingte geldpolitische Straffung im Einklang mit den Zwischenzielen gewährleistet ist. Wir werden die Schritte bezüglich des Leitzinses und deren Umfang weiterhin auf sitzungsbasierter Grundlage und unter Berücksichtigung des Inflationsausblicks vorsichtig festlegen. Sollte der Inflationsausblick deutlich von den Zwischenzielen abweichen, sind wir bereit, unsere geldpolitische Haltung weiter zu straffen. Wir werden weiterhin entschlossen alles Notwendige tun, um die Inflation im Einklang mit unseren festgelegten Zwischenzielen zu senken.“
INLÄNDISCHE NACHFRAGE UND PRODUKTIONSAUSBLICK
Karahan teilte auch die neuesten Daten zur wirtschaftlichen Aktivität mit: „Die Industrieproduktion verlief im letzten Quartal seitwärts. Die Indikatoren deuten darauf hin, dass sich die Binnennachfrage im vierten Quartal zwar leicht erholt hat, aber immer noch auf einem moderaten Niveau liegt.“
INFLATIONSVERLAUF IM JANUAR
Bezüglich der Auswirkungen saisonaler Effekte auf die Preise sagte Karahan: „Wir sehen, dass die Inflation im Januar das obere Ende der Spanne erreicht hat; wir können sagen, dass die Auswirkungen der Lebensmittelpreise hierbei im Vordergrund stehen. Die Gemüsepreise stiegen aufgrund der ungünstigen Wetterbedingungen im Januar deutlich an; diese Entwicklung wird auch Auswirkungen auf den Februar haben. Wenn wir uns die Indikatoren für den Haupttrend ansehen, sehen wir im Januar einen Anstieg aufgrund periodenspezifischer Faktoren.“
MIETINFLATION UND ERWARTUNGEN
Karahan äußerte sich zu den Mieten, einem der wichtigsten Posten der Dienstleistungsgruppe: „Sowohl die saisonbereinigten Daten als auch die Frühindikatoren für Mieten, wie etwa Daten aus dem Einzelhandelszahlungssystem, deuten darauf hin, dass der Haupttrend bei den Mieten nach unten zeigt. Es wird geschätzt, dass die Mietinflation unter verschiedenen Szenarien bis Ende dieses Jahres zwischen 30 und 36 Prozent liegen könnte. Die Zahlen, die sich aus der regulatorischen Änderung für 2026 ergeben, zeigen, dass es im Bildungsbereich einen gewissen Spielraum für Desinflation gibt. Betrachtet man die Basiskonsumgüter, so gibt es aufgrund des Wechselkurskanals eine abgeschwächte Inflation. Dass die Erwartungen über unseren Inflationsprognosen liegen, zeigt, dass die Risiken für den Desinflationsprozess weiterhin bestehen. Dieser Ausblick ist einer der Faktoren, die es erforderlich machen, unsere straffe geldpolitische Haltung beizubehalten.“