Aktuelle Lage am Devisenmarkt: Schwankungen bei der Lira halten an
Nach den Kommunalwahlen bewegte sich der Dollar/Lira-Kurs zunächst seitwärts im Bereich von 32 bis 32,6. Nun zeigt die Lira begrenzte Schwankungen, die eine neue Tendenz zur Flucht aus globalen Risiken widerspiegeln. Neben den Devisen notiert der Goldpreis pro Gramm bei 2.410 Lira.
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An den globalen Märkten wird heute um 15.30 Uhr türkischer Zeit die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisdaten (VPI) erwartet. Es wird prognostiziert, dass die Verbraucherpreise in den USA im Mai im Vergleich zum Vormonat leicht um 0,1 Prozent steigen werden, während die Kernverbraucherpreise um 0,3 Prozent zulegen dürften.
Stunden nach der Veröffentlichung der US-VPI-Daten endet die zweitägige geldpolitische Sitzung der US-Notenbank (Fed). Während es als nahezu sicher gilt, dass die Fed den Leitzins heute unverändert lassen wird, liegt der Fokus darauf, ob die Prognosen für dieses Jahr weiterhin drei Zinssenkungen vorsehen.
Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung durch die Fed im September mit 56 Prozent ein. Noch vor einer Woche lag die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im September bei 77,8 Prozent.
Auf der inländischen Agenda stehen heute keine relevanten Daten an.
Das Finanzministerium führte gestern die Wiederemission von vierjährigen, an den TLREF indexierten Anleihen sowie vierjährigen festverzinslichen Anleihen durch. Mit den gestrigen Auktionen nahm das Ministerium rund 190 Milliarden Lira an Krediten auf.
Das Finanzministerium, das erklärte, die Zentralbank bei Bedarf bei der Liquiditätsabschöpfung vom Markt zu unterstützen, hatte seine Kreditprognose für diesen Monat um 37 Milliarden Lira auf 254 Milliarden Lira angehoben und die Prognose für Juli ebenfalls um 19 Milliarden Lira erhöht.
Das Finanzministerium wird sein monatliches Programm morgen mit zwei Direktverkäufen in Gold abschließen.
LIRA NACH LANGER SEITWÄRTSBEWEGUNG VOLATIL
Die Lira hatte die Monate April und Mai gegenüber dem Dollar nahezu unverändert abgeschlossen. Seit letzter Woche schwankte die Lira jedoch zunächst aufgrund der Wahlergebnisse in den jeweiligen Ländern des Schwellenländerkorbs und anschließend am Freitag durch die US-Arbeitsmarktdaten.
Die Lira verzeichnete in der vergangenen Woche zum zweiten Mal seit den Kommunalwahlen vor über zwei Monaten einen Wertverlust und eine Schließung ausländischer Positionen.
Die Volatilität setzte sich, wenn auch in einem engen Band, gestern im Umfeld politischer Entwicklungen fort. Vermögenswerte in Schwellenländern verloren zu Beginn dieser Woche aufgrund der politischen Unsicherheit durch die Wahlen zum Europäischen Parlament und die Wahlen in Mexiko an Wert.
Der Mittelpunkt der Notierungen für den Dollar/Lira-Kurs lag heute Morgen um 08.51 Uhr bei 32,35. Trotz der Schwankungen bei der Lira waren die Wertverluste nicht von Dauer. Der Euro/Lira-Kurs notiert im Bereich von 34,80.
Händler erklärten, dass die Lira erst jetzt beginne, die Kapitalzu- und -abflüsse bei den Währungen der Schwellenländer in ähnlicher Weise widerzuspiegeln, was eine gesunde Entwicklung sei.
Die seitwärts gerichtete Bewegung des Dollar/Lira-Kurses durch die Netto-Devisenkäufe der türkischen Zentralbank (TCMB) und die relativ hohe Rendite der Lira haben die Attraktivität der Lira sowohl für ausländische als auch für inländische Investoren weiterhin hoch gehalten.
Nach Berechnungen von Bankern stiegen die Nettoreserven der TCMB ohne Swaps in der vergangenen Woche auf 6 Milliarden Dollar. Die Nettoreserven ohne Swaps waren in der Woche zum 31. Mai erstmals nach vier Jahren mit 1,5 Milliarden Dollar wieder positiv geworden. Banker berechneten den Anstieg in der vergangenen Woche, die am 7. Juni endete, auf 4,5 Milliarden Dollar; der Anstieg in den letzten 10 Wochen seit den Kommunalwahlen beläuft sich auf etwa 72 Milliarden Dollar.
Nach Berechnungen von Bankern stiegen die internationalen Nettoreserven der TCMB in der vergangenen Woche um etwa 2 Milliarden Dollar auf 47,5 Milliarden Dollar. Die Gesamtreserven wurden mit einem Anstieg von 2,5 Milliarden Dollar auf 146 Milliarden Dollar berechnet.
Darüber hinaus senkte die TCMB mit einer am Montag in Kraft getretenen Regelung die Verpflichtungsquoten für den Verkauf von Exporterlösen und Einnahmen aus Devisen generierenden Dienstleistungen an die TCMB von 40 Prozent auf 30 Prozent.