Duran Bülbül: Der Anstieg der Bruttoreserven ist kurzfristig nur ein Pflaster, er deckt die Wunde nur ab
Die Gesamtreserven der Zentralbank erreichten in der Woche zum 15. Dezember mit einem Anstieg von 1 Milliarde 154 Millionen Dollar gegenüber der Vorwoche einen historischen Höchststand von 142 Milliarden 528 Millionen Dollar, ausgehend von 141 Milliarden 374 Millionen Dollar. Der Wirtschafts- und Finanzexperte Prof. Dr. Duran Bülbül erläuterte seine Einschätzungen dazu gegenüber 12punto.com.tr.
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Die TCMB hat ihre wöchentlichen Geld- und Bankenstatistiken veröffentlicht. Demnach stiegen die Bruttodevisenreserven der Zentralbank zum 15. Dezember um 890 Millionen Dollar auf 95 Milliarden 399 Millionen Dollar. Am 8. Dezember lagen die Bruttodevisenreserven bei 94 Milliarden 509 Millionen Dollar. Im gleichen Zeitraum stiegen auch die Goldreserven um 265 Millionen Dollar von 46 Milliarden 864 Millionen Dollar auf 47 Milliarden 129 Millionen Dollar.
Damit erreichten die Gesamtreserven der Zentralbank in der Woche zum 15. Dezember mit einem Anstieg von 1 Milliarde 154 Millionen Dollar gegenüber der Vorwoche einen historischen Höchststand von 142 Milliarden 528 Millionen Dollar, ausgehend von 141 Milliarden 374 Millionen Dollar.
Der Anstieg der Gesamtreserven im Zeitraum von Ende Mai bis zur Woche zum 15. Dezember belief sich auf 44 Milliarden 70 Millionen Dollar, was einem Zuwachs von 44,8 Prozent entspricht.
Der Wirtschafts- und Finanzexperte Prof. Dr. Duran Bülbül erklärte gegenüber 12punto.com.tr Folgendes:
Die Anhebung der Zinssätze durch die Führung der Zentralbank hat naturgemäß auch die Bruttoreserven erhöht. Entscheidend ist jedoch nicht der Anstieg der Bruttoreserven, sondern der Anstieg der Nettoreserven. Aufgrund dieser Zinserhöhung hat in der Türkei insbesondere auch ein teilweiser Zufluss von heißem Geld begonnen. Mit dieser Zinserhöhung wurden die Vermögenswerte einmal aufgewertet. Da alle Instrumente an Wert gewonnen haben, hat sich dies natürlich in den Reserven der Zentralbank niedergeschlagen. Hier gibt es einen Anstieg von etwa 44,1 Milliarden. Es ist wichtig zu prüfen, wie viel von diesem Anstieg ein Nettozuwachs ist und wie viel davon auf Kreditaufnahme zurückzuführen ist. Wenn dieser Anstieg auf einen Zufluss von heißem Geld aufgrund von Kreditaufnahme zurückzuführen ist, hat dies die negativen Reserven im Hinblick auf die Nettoreserven noch weiter vergrößert. Um eine fundiertere Einschätzung vornehmen zu können, muss man betrachten, wie viel von diesem Bruttoanstieg tatsächlich in die Nettoreserven eingeflossen ist; wenn wir uns die Bilanzen der Zentralbank ansehen, können wir den aktuellen Anstieg der Nettoreserven nicht erkennen. Das müssten sie eigentlich erklären. Daher muss man sagen: Dass alle Vermögenswerte und die Reserven der Zentralbank gestiegen sind, ist eine natürliche Folge der Zinserhöhung.
Aufgrund des Anstiegs wurden die Vermögenswerte auf dem Markt weiter aufgewertet. Das Ergebnis dieser Aufwertungen spiegelt sich in den Bilanzen der Zentralbank als Bruttoreserven wider. Die Erhöhung des Leitzinses, insbesondere die von der Zentralbank verfolgte Politik der Leitzinserhöhung, hat jedoch auch das Interesse von heißem Geld an der Türkei verstärkt. Wenn dieser Anstieg der Bruttoreserven tatsächlich auf heißes Geld zurückzuführen ist, handelt es sich größtenteils um Kreditaufnahme. Da es sich um Kreditaufnahme handelt, werden sich die Nettoreserven weiter in Richtung negativer Reserven entwickeln und die negativen Reserven werden weiter wachsen. Daher ist es sehr schwierig, hier von einer Erfolgsgeschichte zu sprechen. Der Punkt, auf den man achten muss, ist folgender: Die negativen Reserven der Zentralbank lagen bereits bei über 55 Milliarden. Die Nettoverbindlichkeiten lagen bei über 58 Milliarden. Wenn wir es aus diesem Blickwinkel betrachten, liegt das Problem darin, dass der Anstieg der Bruttoreserven keine Bedeutung hat, solange die negativen Reserven wachsen, und dies hat auch wirtschaftlich keine positiven Auswirkungen.
Wenn mit dem Anstieg der Bruttoreserven der Zentralbank auch die Nettoreserven steigen, ist das äußerst sinnvoll. Wenn wir jedoch die Zentralbank untersuchen, gibt es keine Erklärung für einen Anstieg der Nettoreserven. Einer der Hauptgründe für den Anstieg der Bruttoreserven hier ist die jüngste Erhöhung des Leitzinses. Dass die in der Türkei mit Zinsen bewerteten Vermögenswerte und Instrumente durch die Leitzinserhöhung aufgewertet wurden, ist eine Sache; ein weiteres Problem ist das gestiegene Interesse von heißem Geld. Wenn das Interesse von heißem Geld bereits gestiegen ist, handelt es sich ohnehin um eine Kreditaufnahme. Da es sich um eine Kreditaufnahme handelt, wird dies die negativen Reserven der Zentralbank weiter vergrößern, nicht verkleinern. Daher muss man sagen: Der grundlegende Weg, um von nun an ein positives Szenario zu sehen, ist der Anstieg der Nettoreserven; eine Politik, die die Nettoreserven nicht erhöht, ist nicht nachhaltig und langfristig nicht tragbar. Der Anstieg der Bruttoreserven ist jedoch kurzfristig nur ein Pflaster. Kurzfristig heilt es die Wunde nicht, man deckt die Wunde nur vorübergehend ab.