Einigung bei den Kreditressourcen des IWF erzielt

Die Mitgliedsländer des IWF haben sich darauf geeinigt, die Kreditressourcen des Fonds bis Ende des Jahres „deutlich aufzustocken“.

12punto

Die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, und die spanische Ministerin für Wirtschaft und Digitalisierung, Nadia Calvino, die den Internationalen Währungs- und Finanzausschuss (IMFC) leitet, hielten im Rahmen der IWF-Weltbank-Jahrestagung in Marrakesch, Marokko, eine Pressekonferenz ab.


Nadia Calvino erklärte auf der Pressekonferenz, dass unter den Mitgliedern grundsätzlich eine Einigung darüber erzielt wurde, die Finanzierungsebenen des IWF durch eine Erhöhung der Quoten anzuheben.


Ohne Details zu den Bedingungen der Quotenerhöhung zu nennen, betonte Calvino, dass diese Erhöhung es dem IWF ermöglichen werde, die globale Finanzstabilität zu wahren.


FINANZIELLE STÄRKE FÜR HANDLUNGSFÄHIGKEIT DES IWF

IWF-Chefin Kristalina Georgieva wies darauf hin, dass der Israel-Palästina-Konflikt eine weitere Quelle der Unsicherheit für die Weltwirtschaft darstelle, sagte jedoch, es sei noch zu früh, um die Auswirkungen des Konflikts auf die globale Wirtschaft zu bemessen.


Georgieva teilte mit, man habe sich darauf geeinigt, dass die Anpassung der Stimmrechte der IWF-Mitglieder nach der Quotenerhöhung der „nächste Schritt“ sein werde, und betonte, dass ein klarer Plan hierfür vereinbart worden sei.


Georgieva betonte, dass die Quotenerhöhung den IWF „finanziell stark genug machen werde, um im Falle eines weiteren wirtschaftlichen Schocks“, wie etwa der COVID-19-Pandemie, handlungsfähig zu bleiben.


3 MILLIARDEN DOLLAR ZUSÄTZLICHE KREDITE FÜR ARME LÄNDER

In einer schriftlichen Erklärung gab IWF-Chefin Kristalina Georgieva zudem bekannt, dass das Ziel erreicht wurde, den Treuhandfonds zur Armutsbekämpfung und für Wachstum (PRGT) um 3 Milliarden Dollar aufzustocken.


Georgieva erklärte, dass die PRGT-Kredite, die einkommensschwache Länder zu Vorzugskonditionen in Anspruch nehmen, seit der COVID-19-Pandemie um das Fünffache auf 30 Milliarden Dollar gestiegen seien und etwa 30 Länder diese Kredite nutzten.


IWF-QUOTEN

Die IWF-Quoten, die an die Größe der jeweiligen Volkswirtschaft angepasst werden, bestimmen, wie viel Kapital ein Land in den IWF einzahlen muss, wie hoch sein Stimmrecht ist und wie hoch der maximale Kreditbetrag ist, den es erhalten kann.


Länder wie China, Indien und Brasilien, deren Volkswirtschaften deutlich schneller wachsen als die der entwickelten westlichen Staaten, forderten schon lange eine Neuanpassung der Quoten, um ihr gestiegenes wirtschaftliches Gewicht widerzuspiegeln.


Während die USA mit etwa 17,43 Prozent den größten Anteil an den IWF-Quoten halten, fiel auf, dass der Anteil Chinas, das etwa 18 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung erbringt, lediglich 6,40 Prozent beträgt.


Mit der Einigung auf eine Quotenerhöhung wird erwartet, dass in Zukunft auch die Stimmrechte aktualisiert werden, um das wirtschaftliche Gewicht der IWF-Mitglieder besser widerzuspiegeln.