Erster Anstieg der deutschen Industrieproduktion nach vier Monaten

Die Industrieproduktion in Deutschland ist im Juli überraschend gestiegen und verzeichnete damit den ersten Zuwachs seit März.

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Nach den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes stieg die Industrieproduktion in Deutschland im Juli um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit wurde erstmals seit März ein monatliches Wachstum im Industriesektor verzeichnet.

Experten werten diesen Anstieg, der über der Prognose der von Bloomberg befragten Ökonomen von 1 Prozent lag, als positives Signal.

Der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Bereiche Fertigung, Bergbau, Energie und Bauwesen waren die treibenden Kräfte dieser Erholung. Insbesondere der Beitrag dieser Sektoren war entscheidend, um den Rückgang der vorangegangenen Monate auszugleichen.

Die Daten zur Industrieproduktion für Juni wurden revidiert. Der zuvor gemeldete Rückgang von 1,9 Prozent wurde nach verspäteten Meldungen eines großen Automobilherstellers auf einen Rückgang von 0,1 Prozent korrigiert.

SUCHE NACH STABILITÄT IN EUROPAS GRÖSSTER VOLKSWIRTSCHAFT

Experten weisen darauf hin, dass dieser Anstieg der Industrieproduktion auf einen starken Start von Europas größter Volkswirtschaft in die Sommermonate hindeutet. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die sich nach dem Beginn des Russland-Ukraine-Krieges im Jahr 2022 verschärft hatten, insbesondere durch eine Belebung des Produktionssektors zu überwinden.

In einer Bewertung des Bundeswirtschaftsministeriums wurde betont, dass die aktuellen Daten auf einen langsamen und stetigen Erholungsprozess in der Industriewirtschaft hindeuten. Dennoch äußerte der Bloomberg-Ökonom Martin Ademmer die Prognose, dass die Aktivitäten trotz des Anstiegs in der Industrie in den kommenden Monaten schwach bleiben dürften. Ademmer erklärte: „Die von den USA verhängten Zölle und die schwache Binnennachfrage belasten den Sektor weiterhin. Doch im kommenden Jahr könnten expansive fiskalpolitische Maßnahmen die deutsche Industrie stützen.“

Im Juli sanken die deutschen Exporte gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent auf 130,2 Milliarden Euro, während die Importe um 0,1 Prozent auf 115,4 Milliarden Euro zurückgingen. Infolgedessen sank der Außenhandelsüberschuss auf 14,7 Milliarden Euro, was den niedrigsten Stand der letzten neun Monate darstellt.

MEISTE EXPORTE AUSSERHALB DER EU IN DIE USA, ABER RÜCKGANG HÄLT AN

Ein bedeutender Teil der deutschen Exporte entfiel auf die Länder der Europäischen Union, wobei dieser Wert im Juli 74,8 Milliarden Euro erreichte. Bei den Exporten in Länder außerhalb der EU standen die USA an erster Stelle. Aufgrund der in den letzten Monaten eingeführten Zölle sanken die Exporte in die USA jedoch drastisch um 7,9 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Auch die Importe aus den USA gingen um 10 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro zurück.

In den ersten sieben Monaten des Jahres erreichten die Gesamtexporte 916,1 Milliarden Euro, während die Importe bei 796,6 Milliarden Euro lagen. Damit stieg der deutsche Außenhandelsüberschuss in der ersten Jahreshälfte auf insgesamt 119,5 Milliarden Euro.

Wie sich die deutsche Wirtschaft in der kommenden Zeit entwickeln wird, hängt davon ab, ob die Erholung im Industriesektor nachhaltig ist und wie sich die Entwicklungen im Außenhandel gestalten.