Erwartungen an eine Mindestlohnerhöhung im Juli steigen: SGK-Experte berichtet aus dem Hintergrund
Die Schwankungen der Wirtschaftsindikatoren haben die Erwartungen auf neue Regelungen für Arbeitnehmer und Rentner verstärkt. Expertenmeinungen zufolge rücken eine Zwischenerhöhung des Mindestlohns im Juli sowie eine Anhebung der Feiertagsprämien in den Vordergrund.
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Die in letzter Zeit ungebremsten Preissteigerungen und Inflationsdaten belasten einkommensschwache Gruppen und haben die Erwartungen für den Monat Juli in die Höhe getrieben. Der Sozialversicherungsexperte İsa Karakaş äußerte sich in einer Live-Sendung, in der er die aktuellen Wirtschaftsdaten bewertete, zu wichtigen Punkten bezüglich des Mindestlohns und der Feiertagsprämien für Rentner.
Zum Jahresbeginn wurde der Mindestlohn auf 28.075 TL festgelegt. Karakaş wies jedoch darauf hin, dass der Mindestlohn durch die vom türkischen Statistikamt TÜİK kürzlich bekannt gegebene Inflationsrate für Januar real an Wert verloren habe. „Wenn wir uns die Inflation im Januar ansehen, ist die Kaufkraft des Mindestlohns drastisch gesunken. Noch bevor die Arbeiter den Mindestlohn erhalten haben, sind bereits 1.358 TL davon verdampft“, erklärte er.
Die Wohnungsmieten haben bei den Preiserhöhungen ebenfalls Rekorde gebrochen. Den veröffentlichten Daten zufolge erreichte die Mietsteigerungsrate 33,98 Prozent. Karakaş betonte, dass dieser Wert sogar über der Erhöhung des Mindestlohns liege.
Ein ähnliches Bild zeigt sich insbesondere bei den Gehältern im Privatsektor. Es wird festgestellt, dass die Lohnerhöhungen im Privatsektor, einschließlich großer Unternehmen, weitgehend auf dem Niveau des Mindestlohns verharren. Karakaş sagte: „Diese Situation hat nicht nur die Mindestlohnempfänger, sondern alle Lohnabhängigen schwer erschüttert.“
KEIN RECHTLICHES HINDERNIS FÜR EINE ZWISCHENERHÖHUNG DES MINDESTLOHNS
Angesichts der Inflation der letzten Monate hat sich in der Öffentlichkeit die Erwartung verstärkt, dass es im Juli eine Zwischenerhöhung geben könnte. İsa Karakaş erklärte dazu: „Auch wenn die Januar-Erhöhung erst kürzlich erfolgt ist, sind die negativen Reaktionen der Regierung bekannt. Daher scheint eine Zwischenerhöhung im Juli mittlerweile unvermeidlich.“ Er wies darauf hin, dass es aus gesetzlicher Sicht keine rechtlichen Hindernisse für eine solche Erhöhung gebe.
Laut Karakaş macht die Diskussion über einen 3-prozentigen Abzug vom Mindestlohn im Rahmen der Pläne für ein ergänzendes Rentensystem eine ganzheitliche Bewertung aller Entwicklungen erforderlich. „Ich erwarte, dass es im Juli definitiv eine Entwicklung geben wird“, sagte er.
FORMEL FÜR DIE ERHÖHUNG DER FEIERTAGSPRÄMIEN
Auch die Erwartungen auf eine Erhöhung der Feiertagsprämien für Rentner sind gestiegen. Karakaş, der Informationen aus den Kulissen in Ankara teilte, sagte: „Die Formel einer 25-prozentigen Erhöhung gewinnt derzeit an Gewicht.“ Unter Hinweis darauf, dass es etwa 17 Millionen Rentner und Anspruchsberechtigte gebe, erklärte Karakaş, dass eine sehr hohe Prämie nicht möglich sei und der Betrag daher maximal bei etwa 5.000 TL liegen könne. Sollte der Präsident eingreifen, könne dieser Betrag auf bis zu 6.000 TL steigen; es werde erwartet, dass zum Opferfest (Kurban Bayramı) ähnliche Beträge ausgezahlt würden.
SGK-SCHULDEN UND HOFFNUNG AUF UMSTRUKTURIERUNG FÜR KLEINUNTERNEHMER
Auch für Bürger mit Schulden gibt es Neuigkeiten, die als gute Nachricht gewertet werden können. Karakaş gab bekannt, dass die zuvor geforderte Anzahlung von 10 Prozent bei Schulden gegenüber der Sozialversicherungsanstalt (SGK) gelockert wurde. „Mit der neuen Regelung wurde diese Bedingung aufgehoben und der sofort zu zahlende Betrag auf nur eine Rate reduziert“, sagte er. Karakaş betonte, dass für Schulden eine Ratenzahlung von bis zu 36 Monaten angeboten werde und dies eine Erleichterung für diejenigen darstelle, die Probleme mit ihrer Bonität hätten.
Kleinunternehmer und Handwerker hoffen derweil auf eine neue Umstrukturierung bei Steuerschulden. Karakaş betonte die Forderungen aus den Provinzen und äußerte die Erwartung, dass in naher Zukunft Schritte unternommen werden, um die Schuldenlast insbesondere der kleinen Gewerbetreibenden zu verringern.
Während die wirtschaftlichen Entwicklungen und steigenden Kosten neue Entscheidungen für Arbeitnehmer und Rentner auf die Tagesordnung setzen, werden die möglichen Erhöhungen, die im Juli bekannt gegeben werden sollen, aufmerksam verfolgt.