Erwartungen für sinkende Ölpreise nehmen zu
Die Entscheidung der OPEC+-Gruppe, die Ölförderung zu erhöhen, verstärkt die Sorgen, dass die Preise unter 50 Dollar fallen könnten. Experten weisen darauf hin, dass dies zu einem Überangebot auf den globalen Märkten führen könnte.
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Osama Rizvi, Energie- und Wirtschaftsanalyst beim internationalen Datenunternehmen Primary Vision Network, bezeichnete die Produktionssteigerung der OPEC+-Mitglieder als einen Schritt, der aus Marktsicht schwer nachzuvollziehen sei. Rizvi erklärte, dass die Erholung der Weltwirtschaft zwar moderat verlaufe, die Risiken jedoch weiterhin nach unten gerichtet seien. „Die Ölpreise könnten bald wieder unter 50 Dollar fallen. Sollte zwischen Russland und der Ukraine eine Einigung erzielt werden, könnte die Produktionssteigerung der OPEC+-Gruppe in einem Umfeld schwacher Nachfrage die Preise sogar in den Bereich von 40 Dollar drücken“, sagte er.
DIE OPEC+-ENTSCHEIDUNG UND IHRE MARKTAUSWIRKUNGEN
Saudi-Arabien, Russland und andere OPEC+-Mitglieder haben beschlossen, die Ölförderung im Juli um täglich 411.000 Barrel zu erhöhen. Diese Entscheidung wurde getroffen, da sich die globalen wirtschaftlichen Aussichten stabilisiert haben und niedrige Ölbestände auf gesunde Marktgrundlagen hindeuten. Die Kombination dieses Anstiegs mit den bestehenden Nachfragesorgen hat jedoch die Erwartung eines möglichen Überangebots auf den Märkten verstärkt.
Im April-Bericht der OPEC wurde die Prognose für das globale Ölnachfragewachstum für das Jahr 2025 nach unten korrigiert. Es wird erwartet, dass die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr um etwa 1,3 Millionen Barrel pro Tag auf ein Niveau von 105 Millionen Barrel steigen wird.
US-SCHIEFERÖL UND TRUMPS POLITIK
Fereydoun Barkeshli, Präsident des Wiener Instituts für Energieanalysen, wies darauf hin, dass niedrige Ölpreise ein Risiko für die Schieferölproduzenten in den USA darstellen. „Selbst große Unternehmen können ihren Betrieb nicht über einen längeren Zeitraum bei Preisen von 50 bis 60 Dollar pro Barrel aufrechterhalten“, sagte er. Barkeshli betonte, dass die sinkende Zahl der Bohrtürme in den USA zeige, dass sich die Marktteilnehmer auf das Gesamtbild konzentrieren müssten.
Auch die Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump sorgt für Unsicherheit auf den internationalen Ölmärkten. Barkeshli erklärte, dass die Ölnachfrage direkt mit der globalen Wirtschaftsleistung verknüpft sei, und betonte, dass die Politik der Eurozone sowie die Wachstumsaussichten und der Ölverbrauch in China und Indien für den Markt genau beobachtet werden müssten.