Fahrzeughalter schließen keine Pflichtversicherung ab

Nach den vom türkischen Versicherungsverband (TSB) zusammengestellten Daten überstieg die Zahl der Fahrzeuge, die in der Türkei durch eine Kfz-Haftpflichtversicherung geschützt sind, Ende März die Marke von 23,3 Millionen.

12punto

Nach den vom türkischen Versicherungsverband (TSB) zusammengestellten Daten belief sich die Anzahl der Policen für die obligatorische Kfz-Haftpflichtversicherung, die Schäden an Dritten bei möglichen Unfällen im Straßenverkehr abdeckt, auf 23 Millionen 344 Tausend 19. Diese Zahl entspricht 79,5 Prozent der 29 Millionen 367 Tausend 254 in der Türkei zugelassenen Fahrzeuge.

SPITZENREITER SIND PKW

Bei der Kaskoversicherung, die den Schutz des eigenen Fahrzeugs abdeckt und freiwillig abgeschlossen wird, lag die Anzahl der Policen Ende März bei 7 Millionen 393 Tausend 420, was einer Versicherungsquote von 25,18 Prozent entspricht.

Es wurde festgestellt, dass 6 Millionen 23 Tausend 235 der zugelassenen Fahrzeuge keine Kfz-Haftpflichtversicherung besitzen.

Die höchste Versicherungsquote wurde Ende März mit 94,29 Prozent bei Personenkraftwagen (PKW) verzeichnet. Von den 15 Millionen 498 Tausend 386 zugelassenen PKW verfügen 14 Millionen 612 Tausend 765 über eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Auf die PKW-Gruppe folgten Kleintransporter mit 89,79 Prozent, Spezialfahrzeuge mit 80,94 Prozent und Minibusse mit 80,55 Prozent.

Die niedrigste Versicherungsquote wurde bei Motorrädern mit 35,83 Prozent gemessen. Während 5 Millionen 323 Tausend 177 Motorräder registriert sind, liegt die Zahl der versicherten Motorräder bei 1 Million 907 Tausend 158.

WELCHE FAHRZEUGE SIND BEI DER KASKO FÜHREND?

Bei der Kaskoversicherung wurde die höchste Quote mit 48,28 Prozent in der LKW-Gruppe verzeichnet. In dieser Gruppe lag die Anzahl der Policen bei 469 Tausend 357. An zweiter Stelle folgten PKW mit 35,04 Prozent und an dritter Stelle Busse mit 26,64 Prozent.

Für lediglich 0,42 Prozent der Motorräder wurde eine Kaskoversicherung abgeschlossen.

Die Quote der Kaskoversicherungen für zugelassene Fahrzeuge sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 27,32 Prozent auf 25,18 Prozent.

ANSTIEG BEI SCHADENZAHLUNGEN VERZEICHNET

Der Anstieg der Ersatzteilpreise in den letzten Jahren, die hohen Veränderungen bei den Fahrzeugwerten, die sich direkt auf die Kosten für Personenschäden sowie auf die durch den Mindestlohn beeinflussten Arbeitskosten und Wertminderungen auswirken, haben die Schadenskosten der Versicherungsunternehmen für die Kfz-Haftpflichtversicherung erheblich beeinflusst.

Die technologisch aufwendigere Produktion von Fahrzeugen führte aufgrund steigender Reparaturkosten zu einem Anstieg der Zahlungen pro Schadensfall. Die von den Versicherungsunternehmen gezahlten Schadenssummen stiegen im Vergleich zum ersten Quartal 2023 um 112 Prozent auf 24,8 Milliarden Lira.

Unter Berücksichtigung der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat die Regulierungs- und Aufsichtsbehörde für Versicherungswesen und private Altersvorsorge (SEDDK) ein Schadenskostenindex-System eingeführt, um die Interessen der Versicherten zu schützen und die Nachhaltigkeit des Gleichgewichts zwischen Schadensfällen und Prämien zu gewährleisten.

HOHE KOSTENSTEIGERUNGEN

Dieser Index, der als Referenzpunkt für die Festlegung der Prämien der Kfz-Haftpflichtversicherung dient, wird monatlich unter Berücksichtigung der Preisentwicklungen bei Mindestlohn, Ersatzteilen, Wartung und Instandsetzung sowie Kraftfahrzeugen berechnet.

Da die Policenprämien trotz der neuen Anwendung die Kostensteigerungen nicht decken können, betont der TSB die Notwendigkeit eines freien Tarifs und konzentriert sich auf verschiedene kurz- und mittelfristige Lösungsvorschläge, um die Kosten der von den Versicherungsunternehmen gewährten Absicherung in einen vorhersehbaren und nachhaltigen Rahmen zu bringen.

AUFRUF VOM TSB!

Der TSB erklärt, dass mit dem freien Tarif in der Kfz-Haftpflichtversicherung ein faires Preissystem entstehen werde, bei dem Versicherte mit niedriger Schadensquote weniger und Versicherte mit hoher Schadensquote mehr Prämien zahlen würden.

Der Verband arbeitet an mehreren Themen, wie der Kontrolle der Kosten durch die verstärkte Verwendung gleichwertiger Ersatzteile, der Verbesserung der Servicequalität durch direkte Entschädigung sowie der Differenzierung der Prämienpreise durch personenbezogene Policen, die das Fahrverhalten bewerten und eine Unterscheidung zwischen guten und schlechten Fahrern ermöglichen.