Fed hält Zinssätze angesichts starken Wirtschaftswachstums stabil
Die US-Notenbank (Fed) hat bei ihrer Sitzung im November den Leitzins zum zweiten Mal in Folge in der Spanne von 5,25 % bis 5,50 % belassen. Diese Entscheidung, die auf anhaltende Inflationssorgen zurückzuführen ist, wurde trotz eines starken Wirtschaftswachstums im dritten Quartal und eines deutlichen Beschäftigungszuwachses getroffen.
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Der Leitzins der Fed verharrt damit auf dem höchsten Stand seit 22 Jahren, nachdem die Zentralbank seit März 2022 eine Reihe von Zinserhöhungen zur Bekämpfung der Inflation eingeleitet hatte.
Fed-Chef Jerome Powell vermied es, über mögliche weitere Zinserhöhungen zu spekulieren, und wies darauf hin, dass die Auswirkungen der geldpolitischen Straffung zeitverzögert eintreten. Trotz dieser Inflationsprobleme hat die US-Wirtschaft Widerstandsfähigkeit bewiesen: Das reale BIP wuchs im dritten Quartal um 4,9 %, gestützt durch steigende Konsumausgaben, die wiederum von einer starken Beschäftigungslage und Lohnzuwächsen getragen wurden.
Die Sorgen vor einer wirtschaftlichen Abschwächung nehmen zu, da die langfristigen US-Zinssätze im Oktober mit 5 % den höchsten Stand seit 16 Jahren erreichten und die Renditen von Staatsanleihen gestiegen sind. Zudem herrscht weiterhin Unsicherheit über die Konsumausgaben in den USA, da die Rückzahlungen von Studienkrediten nach der Aussetzung während der COVID-19-Pandemie wieder aufgenommen wurden.
David Kohl, Chefvolkswirt bei Julius Bär, prognostiziert, dass die Fed die Zinssätze aufgrund des starken Wirtschaftswachstums und der rückläufigen Inflation bis zum dritten Quartal 2024 nicht ändern wird. Kohl betonte, dass hohe Anleiherenditen und schwache Aktienmärkte die finanziellen Bedingungen verschärft hätten, was Fragen darüber aufwerfe, ob die aktuelle geldpolitische Haltung ausreichend restriktiv sei.
Als Reaktion auf das globale wirtschaftliche Umfeld haben auch andere Zentralbanken ihre Zinssätze stabil gehalten. Der Basissatz der VAE für die Übernacht-Einlagefazilität blieb bei 5,4 %, und auch Katar änderte seine Zinssätze nach der Entscheidung der Fed nicht. In ähnlicher Weise beließ die Europäische Zentralbank den Leitzins zum ersten Mal seit Juni letzten Jahres unverändert, während die Bank of Japan ihren Ansatz der monetären Lockerung beibehält.
Trotz dieser Maßnahmen haben die steigenden Zinsen in Europa zu wirtschaftlichen Rückschlägen geführt, wie der Rückgang des realen BIP im Euroraum um 0,4 % zeigt. Dennoch geht Kohl davon aus, dass das nachlassende Wachstum und die sinkende Inflation das Offenmarktausschuss (FOMC) davon überzeugen werden, dass eine weitere Straffung der Geldpolitik nicht erforderlich ist.