Fitch bewertet Türkei und Zinssenkungen
Erich Arispe Morales, Senior Director und Türkei-Analyst bei Fitch Ratings, erklärte, dass man davon ausgehe, dass die Zentralbank der Republik Türkei im ersten Quartal 2025 mit Zinssenkungen beginnen werde. Er fügte hinzu, dass für die türkische Wirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von 3,5 Prozent erwartet werde und für das kommende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent prognostiziert werde.
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Nachdem Fitch Ratings die Bonitätsnote der Türkei von "B+" auf "BB-" angehoben und den Ausblick auf stabil gesetzt hatte, wurde ein Webinar mit dem Titel "Türkei: Fortschritte und Herausforderungen im Prozess der wirtschaftspolitischen Neuausrichtung" veranstaltet.
"ZINSSENKUNGEN KÖNNTEN BEGINNEN"
Morales, der dort sprach, erklärte, dass die Verringerung externer Anfälligkeiten und des Finanzierungsbedarfs zur Heraufstufung der Kreditwürdigkeit der Türkei beigetragen habe, betonte jedoch, dass die hohe Inflation weiterhin die größte politische Herausforderung für das Land darstelle.
Morales berichtete, dass sich die türkische Wirtschaft zu verlangsamen beginne, und sagte: "Wir gehen davon aus, dass die Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) an ihrem straffen geldpolitischen Kurs festhalten wird und im ersten Quartal des nächsten Jahres mit Zinssenkungen beginnen könnte.
Das Wirtschaftsprogramm der Türkei weist zwar positive Überraschungen auf, doch es bestehen auch Risiken einer politischen Kehrtwende sowie einer vorzeitigen Lockerung der Geldpolitik. Wir gehen jedoch davon aus, dass die politische Unterstützung für die Wirtschaftspolitik anhalten wird."
Morales erklärte, dass die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit der Geldpolitik, der kontinuierliche Rückgang des externen Finanzierungsbedarfs und die Umsetzung von Reformen, die zur Neuausrichtung beitragen, Faktoren seien, die sich positiv auf die Bonitätsnote auswirken.
SCHNELLER RÜCKGANG DER RESERVEN KÖNNTE SICH NEGATIV AUF DIE BONITÄT AUSWIRKEN
Morales wies darauf hin, dass auch die niedrige Staatsverschuldung und die Verbesserung der Schuldenstruktur zur Heraufstufung beigetragen hätten. Er betonte, dass eine mögliche vorzeitige geldpolitische Lockerung, ein schneller Rückgang der internationalen Reserven sowie eine Verschlechterung der Zusammensetzung dieser Reserven Faktoren seien, die sich negativ auf die Bonitätsnote auswirken könnten.
Morales merkte an, dass man für die türkische Wirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von 3,5 Prozent erwarte und für das kommende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent prognostiziere.
Ahmet Emre Kılınç, Direktor für Banken bei Fitch Ratings, sagte zudem, dass der Rentabilitätsausblick der türkischen Banken aufgrund hoher Finanzierungskosten, inflationärem Druck und einem moderaten Anstieg der Risikokosten schwach sei.
"WIR GLAUBEN, DASS DIE RISIKEN ABNEHMEN"
Kılınç erklärte, dass man in der ersten Jahreshälfte eine leichte Abschwächung der Vermögensqualität der Banken beobachtet habe: "Wir sind jedoch der Meinung, dass die Fremdwährungsliquidität des Bankensektors nach wie vor ausreicht, um den Großteil der kurzfristigen Auslandsschulden zu decken. Wir glauben, dass die Refinanzierungsrisiken abnehmen. Man kann sagen, dass das Vertrauen der Investoren und die Stabilität der Fremdwährungseinlagen für den Sektor weiterhin von Bedeutung sind."