Geopolitische Winde bei den Goldpreisen: Schwankungen halten an

Die zunehmenden Konflikte im Nahen Osten und steigende Ölpreise haben zu neuen Schwankungen auf dem Goldmarkt geführt. Investoren beobachten sowohl die Zinserwartungen als auch die geopolitischen Risiken genau.

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Die globalen Märkte sind mit der Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran im Nahen Osten in eine neue Phase der Volatilität eingetreten. Während der Anstieg der Ölpreise Goldanleger verunsichert, sank der Spotpreis für eine Unze Gold um 0,6 Prozent auf 4.034,42 Dollar. Diese Schwankungen der letzten Tage haben sich zu einem der bestimmenden Faktoren für die Richtung der Devisen- und Rohstoffmärkte entwickelt.

Die aufeinanderfolgenden Angriffe in der Region, die die Ölpreise schnell in die Höhe trieben, haben die Hoffnung auf eine Erholung der globalen Inflation geschwächt. Jigar Trivedi, Senior Research Analyst bei IndusInd Securities, erklärte dazu, dass Öl den Großteil der Woche einen starken Aufwärtstrend gezeigt habe und dies begonnen habe, Druck auf die Anleger auszuüben.

Die Tatsache, dass die USA innerhalb von zwei Tagen Angriffe auf die Küstenverteidigungssysteme und Raketenrampen des Iran durchführten sowie neue Blockademaßnahmen in ozeanisch angebundenen Häfen ergriffen, hat die Sorgen sowohl im Handel als auch bei den globalen Energieflüssen verstärkt. Andererseits drohten iranische Beamte mit Gegenmaßnahmen gegen in der Region stationierte amerikanische Stützpunkte und bezeichneten den laufenden Prozess als einen „Existenzkampf gegen die USA“.

Angesichts dieser Entwicklungen haben geopolitische Risiken erneut begonnen, die Preisgestaltung zu beeinflussen.

DIE ZINSPOLITIK DER FED UND INFLATIONSERWARTUNGEN

Jigar Trivedi wies darauf hin, dass die im letzten Monat veröffentlichten Inflationsdaten noch nicht vollständig von den neuen Spannungen in Westasien beeinflusst wurden, merkte jedoch an, dass der Anstieg der Energiekosten den Inflationsdruck in den kommenden Perioden wieder auf die Tagesordnung setzen könnte. Trivedi betonte zudem, dass der im letzten Monat umgesetzte vorübergehende Waffenstillstand faktisch beendet sei und die Dynamik auf dem Energiemarkt sich in den kommenden Berichten deutlicher widerspiegeln könnte.

Obwohl im Juni in den USA sowohl bei den Verbraucher- als auch bei den Erzeugerpreisen aufgrund verbilligter Energie eine Verlangsamung zu beobachten war, weisen Experten darauf hin, dass sich die steigenden Ölpreise der letzten Wochen noch nicht in den Daten niedergeschlagen haben.

In diesem Umfeld formen sich auch die Erwartungen an die Zinspolitik der US-Notenbank (Fed). Die Terminmärkte sehen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung für Dezember weiterhin bei 73 Prozent. Neben der Aussage von Fed-Direktorin Lisa Cook, dass „das Notwendige getan werde, falls die Inflation kurzfristig nicht zurückgehe“, fiel auch die entschlossene Haltung von Fed-Präsident Kevin Warsh im Kampf gegen die Inflation auf.

Investoren und Marktanalysten verfolgen weiterhin sowohl die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten als auch den Fahrplan der amerikanischen Zentralbank als Haupttagesordnungspunkte bei ihren Entscheidungsprozessen.