Georgieva: Eine drastische Straffung könnte die Märkte treffen
IWF-Chefin Kristalina Georgieva erklärte: „Eine drastische weitere Straffung der Finanzbedingungen könnte die Märkte, Banken und Finanzinstitute treffen.“
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Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, erklärte, dass sich die Märkte allmählich an die Wahrnehmung gewöhnen, dass die Zinsen für längere Zeit hoch bleiben werden, fügte jedoch hinzu: „Eine drastische weitere Straffung der Finanzbedingungen könnte die Märkte, Banken und Finanzinstitute treffen.“ Georgieva wies zudem darauf hin, dass das mittelfristige Wachstum gesteigert werden müsse.
Die IWF-Chefin Kristalina Georgieva äußerte sich auf einer Pressekonferenz im Rahmen der IWF-Weltbank-Jahrestagung im marokkanischen Marrakesch und betonte, dass die Weltwirtschaft unter schweren Schocks leide, die zum „neuen Normal“ geworden seien.
PRIORITÄT: KAMPF GEGEN DIE INFLATION
Georgieva erklärte, man stehe vor einer zunehmenden wirtschaftlichen Divergenz und sagte: „Wir konzentrieren uns in erster Linie darauf, den Kampf gegen die Inflation zu gewinnen. Preisstabilität ist die Voraussetzung für Wachstum. Dies schützt auch die Menschen, insbesondere die ärmsten Teile der Gesellschaft. Zudem müssen wir die Finanzstabilität wahren.“
Georgieva stellte fest, dass die Inflation zwar sinkt, aber in vielen Ländern immer noch über den Zielwerten liegt, und führte weiter aus:
„Deshalb müssen die Zinsen für längere Zeit hoch bleiben. Wie wir in den letzten Wochen an den Bewegungen der Anleiherenditen in den USA und Europa sehen können, passen sich die Märkte an das Verständnis an, dass die Zinssätze für längere Zeit hoch bleiben werden. Eine drastische weitere Straffung der Finanzbedingungen könnte jedoch die Märkte, Banken und Finanzinstitute treffen. Daher ist eine starke Finanzaufsicht unerlässlich. Außerdem müssen wir das mittelfristige Wachstum steigern. Wir verfügen derzeit nicht über das Wachstum, das wir brauchen, um uns von den Auswirkungen der Schocks zu erholen und Möglichkeiten zu schaffen, damit die Menschen eine Verbesserung ihres Lebensstandards sehen können.“
Bezüglich der Auswirkungen des Israel-Palästina-Konflikts auf die Weltwirtschaft sagte Georgieva, dass man den Prozess genau verfolge, es jedoch noch zu früh sei, die Auswirkungen zu bewerten.