Wie sind die globalen Märkte in den Tag gestartet?

An den globalen Märkten herrscht eine negative Stimmung, da die Sorgen zunehmen, dass die US-Notenbank (Fed) den Leitzins später als erwartet senken könnte. Heute stehen neben den Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell auch die ADP-Daten zur Beschäftigung im US-Privatsektor im Fokus der Anleger.

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Den gestern in den USA veröffentlichten Daten zufolge stieg die Zahl der offenen Stellen (JOLTS) im Februar im Vergleich zum Vormonat um 8.000 auf 8,756 Millionen, während die Fabrikaufträge im gleichen Zeitraum um 1,4 Prozent zunahmen und damit die Markterwartungen übertrafen.

Analysten wiesen darauf hin, dass diese Daten auf eine lebhafte wirtschaftliche Aktivität in den USA hindeuten, was die Erwartungen nährt, dass die Fed bei Zinssenkungen nicht voreilig handeln wird.

Analysten erklärten, dass man aus den heutigen Äußerungen von Powell Hinweise auf die künftigen Schritte der Bank erwarte und dass die in den USA zu veröffentlichenden Daten, insbesondere die ADP-Beschäftigungszahlen für den Privatsektor, die Volatilität an den Märkten erhöhen könnten.

Unterdessen setzen die Fed-Vertreter ihre verbale Kommunikation fort, wobei die vorsichtigen Signale in ihren Aussagen die Risikobereitschaft dämpfen. Gestern äußerten sich die Präsidentin der San Francisco Fed, Mary Daly, und ihre Kollegin aus Cleveland, Loretta Mester, dahingehend, dass sie zwar weiterhin drei Zinssenkungen im Jahr 2024 erwarten, es jedoch keine Eile gebe, die Kreditkosten zu senken.

Mester betonte, dass sie sich für die geldpolitische Sitzung nicht festlegen wolle, aber die Möglichkeit einer Zinssenkung im Juni nicht vom Tisch sei.

Während der Dollar-Index um 0,1 Prozent auf 104,7 Punkte nachgab, war an den Anleihemärkten nach diesen Entwicklungen ein Abwärtstrend zu beobachten. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg gestern im Tagesverlauf auf über 4,4 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit November, bevor sie den Tag bei über 4,35 Prozent beendete. Aktuell liegt sie bei 4,36 Prozent.

Der Goldpreis setzte trotz des starken Dollars und steigender Anleiherenditen seinen Aufwärtstrend den siebten Handelstag in Folge fort und erreichte heute mit 2.288,5 Dollar ein Rekordhoch. Analysten merkten an, dass die Erwartungen an Zinssenkungen durch wichtige Zentralbanken weltweit in diesem Jahr den Goldpreis stützen und die Nachfrage nach Gold trotz möglicher Verschiebungen der Zinssenkungstermine weiterhin stark bleibt.   

Der Preis für ein Barrel Brent-Öl, der gestern den vierten Handelstag in Folge stieg, kletterte auf über 89 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit Oktober, was die Inflationssorgen weiter anheizte. Der Preis für ein Barrel Brent-Öl notiert derzeit 0,3 Prozent unter dem Schlusskurs bei 88,7 Dollar.

Mit dem Anstieg der Ölpreise gewannen auch die Aktien von Energieunternehmen wie Phillips 66, ExxonMobil, Pioneer Natural Resources, ConocoPhillips und Occidental zwischen 1,5 und 4 Prozent an Wert.

Der Bitcoin-Preis fiel gestern unter 65.000 Dollar, da die Unsicherheit über die künftigen Schritte der Fed anhält. Mit dem Rückgang des Bitcoin-Preises war auch ein Wertverlust bei kryptobezogenen Aktien zu beobachten. Der Aktienkurs von Coinbase sank um 2,5 Prozent. Bitcoin notiert derzeit 1 Prozent über dem Schlusskurs bei 66.320 Dollar.

Unterdessen steht heute auch die Nachrichtenlage im Fokus, dass der weltweit größte Chiphersteller, Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC), nach dem Erdbeben der Stärke 7,4 in Taiwan Mitarbeiter aus einigen Fabriken in Küstennähe evakuiert und die Produktion gestoppt hat.

Gestern verloren an der New Yorker Börse der Nasdaq-Index 0,95 Prozent und der S&P 500-Index 0,72 Prozent, während der Dow Jones-Index seitwärts tendierte. Die US-Index-Futures starteten ebenfalls mit einer negativen Tendenz in den neuen Tag.

Auch an den europäischen Börsen herrschte gestern eine negative Stimmung, heute richten sich die Blicke auf die vorläufigen Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) in der Eurozone.

Analysten erklärten, dass diese vorläufigen Inflationsdaten die Volatilität an den Märkten erhöhen könnten und auch Auswirkungen auf die Preisgestaltung an den Geldmärkten hinsichtlich der Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB) haben könnten.

Andererseits gingen laut der gestern von der EZB veröffentlichten Umfrage zu den Verbrauchererwartungen die kurzfristigen Inflationserwartungen der Verbraucher in der Eurozone auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren zurück. Demnach sank die durchschnittliche Inflationserwartung der Verbraucher in der Eurozone für die nächsten 12 Monate von 3,3 Prozent auf 3,1 Prozent.

In Deutschland sanken die vorläufigen Inflationsdaten für März auf 2,2 Prozent und erreichten damit den niedrigsten Stand seit April 2021.

Gestern verzeichnete der FTSE 100-Index in Großbritannien ein Minus von 0,22 Prozent, der MIB 30-Index in Italien von 1,22 Prozent, der DAX 40-Index in Deutschland von 1,13 Prozent und der CAC 40-Index in Frankreich von 0,92 Prozent. Die europäischen Index-Futures starteten ebenfalls mit einer negativen Tendenz in den neuen Tag.

Auch an den asiatischen Aktienmärkten herrschte eine Verkaufswelle, wobei die Nachrichten über die Unterbrechung der Chip-Produktion in einigen TSMC-Fabriken nach dem Erdbeben in Taiwan insbesondere Druck auf Unternehmen aus den Bereichen Automobil, Technologie und künstliche Intelligenz ausübt.

Den heute in der Region veröffentlichten Daten zufolge stieg der Caixin-Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor in China im März auf 52,7 und verzeichnete damit den 15. Monat in Folge ein Wachstum. In Japan blieb der PMI für den Dienstleistungssektor im März mit 54,1 hinter den Erwartungen zurück.

Kurz vor Handelsschluss fiel der Nikkei 225-Index in Japan um 0,7 Prozent, der Kospi-Index in Südkorea um 1,4 Prozent, der Hang Seng-Index in Hongkong um 1 Prozent und der Shanghai Composite-Index in China um 0,2 Prozent.

An der Borsa Istanbul, die gestern einen Abwärtstrend verzeichnete, schloss der BIST 100-Index den Tag mit einem Minus von 1,27 Prozent bei 9.040,87 Punkten; heute richten sich die Blicke auf die Inflationsdaten.

Die an der Inflationserwartungsumfrage von AA Finans teilnehmenden Ökonomen schätzen, dass der VPI im März um 3,67 Prozent steigen wird.

Der Dollar/TL-Kurs, der gestern einen Abwärtstrend zeigte und den Tag 0,6 Prozent unter dem Schlusskurs bei 32,0525 beendete, notiert heute bei Eröffnung des Interbankenmarktes bei 32,0480.

Analysten wiesen darauf hin, dass heute die Inflationsdaten im Inland und in der Eurozone sowie die ADP-Beschäftigungszahlen für den Privatsektor und der PMI für den Dienstleistungssektor in den USA beobachtet werden, und merkten an, dass technisch gesehen die Niveaus von 9.000 und 8.900 Punkten beim BIST 100-Index als Unterstützung und 9.100 und 9.200 Punkte als Widerstand fungieren.