Güven Sak: Das Hauptproblem der türkischen Industrie ist die technologische Erneuerung
Güven Sak schreibt, dass die türkische Industrie für den Erhalt ihrer Marktanteile in der neuen Ära technologische Erneuerung, Elektrifizierung und ein Umfeld des Vertrauens benötigt.
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Der Ökonom und Akademiker Güven Sak erklärte, dass das grundlegende Problem, mit dem die türkische Industrie heute konfrontiert ist, die technologische Erneuerung sei. In seinem bei Ekonomim veröffentlichten Artikel betonte Sak, dass die Türkei in den letzten 60 Jahren eine bedeutende Industriekapazität aufgebaut habe, dass es jedoch für den Erhalt und die Weiterentwicklung dieser Kapazität in der neuen Ära eines stärkeren Investitions- und Vertrauensklimas bedürfe.
Laut Sak befand sich die Türkei in den 1960er Jahren in einer Position mit begrenzten Produktionskapazitäten und der Notwendigkeit strategischer Entscheidungen. In den 1980er Jahren stärkte sie ihre industrielle Identität durch Öffnung nach außen und Exportförderungen, und 1996 durch die Zollunion mit der Europäischen Union für Industrieprodukte. Sak wies darauf hin, dass es damals Bedenken gab, die Zollunion könne der Industrie schaden, dass sich jedoch letztlich der Charakter der Türkei als Industrienation gefestigt habe.
In dem Artikel wurde auch auf Ansichten verwiesen, die argumentieren, dass die armenische Industrie Schaden nehmen würde, falls die Grenze zwischen Armenien und der Türkei geöffnet würde. Sak erinnerte im Kontext dieser Debatten an die Erfahrungen der Türkei mit der Zollunion von 1996 und vermittelte die Botschaft, dass die Öffnung für den Wettbewerb bei richtiger Politik die Industriekapazität stärken könne.
BETONUNG EINER NEUEN TRANSFORMATION IN DER INDUSTRIE
Sak wies darauf hin, dass sich heute sowohl die Elektrifizierung in Heiz- und Kühlprozessen in der Industrie verbreite als auch der globale technologische Wettbewerb an Fahrt gewinne. Um die Position auf dem Markt der Europäischen Union zu wahren, müsse die Türkei ihre Produktpalette erneuern und sich an neue Technologien anpassen.
Dieser Wandel bedeutet laut Sak einen kapitalintensiven Prozess. Daher müssten die Bedingungen gestärkt werden, die in- und ausländische Investoren dazu bewegen, mehr in der Türkei zu investieren. In dem Artikel wurden makroökonomische Stabilität, Rechtsstaatlichkeit, ein zuverlässiges Justizsystem, das die Einhaltung von Verträgen gewährleistet, sowie die Unabhängigkeit der Justiz als grundlegende Elemente einer „richtigen Politik“ aufgeführt.
Sak argumentierte, dass die Türkei ihr negatives internationales Image, das nach 2015 entstanden ist, korrigieren müsse. Den von ihm angeführten Daten zufolge belegte die Türkei im Zeitraum 2015-2025 den sechsten Platz unter den 20 Ländern, die im Rechtsstaatsindex am stärksten zurückgefallen sind. Es wurde zudem darauf hingewiesen, dass die Türkei im gleichen Zeitraum auch beim Rückgang des Index für akademische Freiheit unter den ersten 20 Ländern rangierte.
In dem Artikel wurde die Einschätzung geäußert, dass es für die Türkei in einer Zeit, in der sich Märkte durch technologische Erneuerung und Elektrifizierung verändern, schwierig werde, ihre Marktanteile zu halten, wenn sie weiterhin dieselben Waren an dieselben Länder verkaufe. Während Sak die Notwendigkeit der industriellen Transformation betonte, äußerte er mit der Aussage „In Ankara herrscht keine Begeisterung“ die Kritik, dass auf Seiten der Wirtschaftsführung und der öffentlichen Politik nicht genügend Dynamik zu erkennen sei.