Handelszölle und der Trump-Effekt in der Schuhindustrie
Während die Handelspolitik der USA die Wachstumserwartungen in der Schuhbranche beeinflusst, bringen Technologien der künstlichen Intelligenz neue Hoffnung für den Sektor.
12punto
Die Schuhindustrie ist weiterhin von den Veränderungen in der globalen Handelspolitik betroffen. Während die weltweite Nachfrage nach Schuhen in diesem Jahr voraussichtlich um 7,6 Prozent steigen wird, liegt dieser Wert unter der Erwartung von 8,4 Prozent aus dem letzten Quartal des Vorjahres.
Die neuen Zölle, die US-Präsident Donald Trump eingeführt hat, wirken sich negativ auf die Wachstumserwartungen der Branche aus und üben Druck auf die globale Lieferkette aus.
Regionale Wirtschaftsleistungen prägen die Wachstumserwartungen in der Schuhindustrie. Während der weltweite Jahresumsatz voraussichtlich 500,55 Milliarden Dollar erreichen wird, wird ein starker Nachfrageanstieg auf den afrikanischen und asiatischen Märkten prognostiziert. In Afrika wird ein Wachstum von 14,9 Prozent und in Asien von 7,5 Prozent erwartet, während für Nordamerika und Europa ein moderaterer Anstieg vorhergesagt wird. In Südamerika und Ozeanien hingegen wird ein Rückgang erwartet.
Branchenvertreter gehen davon aus, dass Trumps Importzölle noch mindestens zwei Jahre lang negative Auswirkungen haben werden. 62 Prozent der Experten sind der Ansicht, dass diese Politik insgesamt einen negativen Einfluss auf den Sektor haben wird. Insbesondere Länder, die von Importen abhängig sind, haben aufgrund steigender Rohstoff- und Produktkosten mit Schwierigkeiten zu kämpfen.
Künstliche Intelligenz wird als Hoffnungsschimmer gegen den Druck in der Branche gesehen. 60 Prozent der Umfrageteilnehmer glauben, dass künstliche Intelligenz kreative Designs beschleunigen und die Prozesse der Schuhentwicklung transformieren wird. Zudem wird erwartet, dass sich die Produktentwicklungszeit durch virtuelles Prototyping verkürzen wird.
Die globalen Schuhimporte stiegen im Jahr 2024 nur um 1,6 Prozent. Während in den Niederlanden, Polen und den USA ein Importanstieg zu verzeichnen war, wurden in Deutschland und Italien Rückgänge registriert. China bleibt der größte Exporteur, verzeichnete jedoch einen leichten Rückgang bei seinen eigenen Importen.
Auch die Nachfrage nach Polyurethan wird mit dem Wachstum in der Schuhindustrie zunehmen. Polyurethan, das häufig für Schuhsohlen und Innenstützmaterialien verwendet wird, wird aufgrund seiner Leichtigkeit und Haltbarkeit bevorzugt. Das Wachstum in der Branche erhöht auch die Nachfrage nach Polyurethan in der chemischen Industrie. Insbesondere der wachsende Druck zur Verwendung nachhaltiger Materialien beschleunigt die F&E-Investitionen in recycelbare oder biobasierte Polyurethanlösungen.