Haushaltsentwurf 2027 in Deutschland gebilligt: Neue Schulden steigen auf 203,6 Milliarden Euro

Die Berliner Regierung sieht in ihrem Haushaltsentwurf für 2027, der Verteidigungsausgaben priorisiert, eine Neuverschuldung von 203,6 Milliarden Euro vor.

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Das Bundeskabinett in Deutschland hat den Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 sowie den Finanzplan bis 2030 gebilligt. Während der Entwurf für das kommende Jahr eine Neuverschuldung von insgesamt 203,6 Milliarden Euro vorsieht, liegt der größte Schwerpunkt bei den Ausgaben auf dem Verteidigungssektor.

Nach Angaben des Finanzministeriums ist geplant, die Gesamtausgaben im Bundeshaushalt für 2027 auf 555,4 Milliarden Euro zu erhöhen. Es wird erwartet, dass die Ausgaben 2028 auf 588,2 Milliarden Euro, 2029 auf 597,8 Milliarden Euro und 2030 auf 635,4 Milliarden Euro steigen. Für die Steuereinnahmen wurde eine Prognose von 394,7 Milliarden Euro für 2027 und 437,3 Milliarden Euro für 2030 erstellt.

Der Haushaltsentwurf 2027 in Deutschland hat mit seinen Zielen für Verteidigungsausgaben und Neuverschuldung für Diskussionen gesorgt.

VERTEIDIGUNGSAUSGABEN STEHEN IM VORDERGRUND

Dem Entwurf zufolge soll das Budget des Verteidigungsministeriums von 82,7 Milliarden Euro auf 109,7 Milliarden Euro aufgestockt werden. Es ist geplant, dass die Verteidigungsausgaben in den Folgejahren weiter steigen und 2028 153,9 Milliarden Euro sowie 2030 183,7 Milliarden Euro erreichen.

Mit diesem Anstieg verfolgt die Regierung das Ziel, gemäß den Verteidigungsausgabenzielen der NATO bis 2029 ein Niveau von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erreichen. Der für militärische und logistische Unterstützung der Ukraine vorgesehene Betrag soll im Haushalt 2027 bei 11,6 Milliarden Euro stabil bleiben.

Dem Haushaltsentwurf zufolge wird die Nettokreditaufnahme im Kernhaushalt der Bundesregierung voraussichtlich 118,7 Milliarden Euro erreichen. Unter Berücksichtigung des Sondervermögens für die Bundeswehr sowie der Posten für Infrastruktur und Klimaschutz beläuft sich die gesamte neue Schuldenlast auf 203,6 Milliarden Euro.

Demgegenüber wird darauf hingewiesen, dass der mittelfristige Finanzplan für den Zeitraum 2028-2030 ein Defizit von etwa 107 Milliarden Euro aufweist. Um das Defizit zu begrenzen, werden durch eine 20-prozentige Erhöhung der Steuern auf alkoholische Getränke, Schaumweine und Mischgetränke zusätzliche Einnahmen in Höhe von 455 Millionen Euro angestrebt.

Zu den weiteren Maßnahmen gehören die Kürzung der Bundeszuschüsse zur Rentenversicherung um 1 Milliarde Euro, Einsparungen von 450 Millionen Euro durch die Streichung von zusätzlichen Soforthilfen beim Kindergeld, die Übertragung von 2,7 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds in den Kernhaushalt sowie die Verschiebung der Rückzahlungen für das Sondervermögen der Bundeswehr auf das Jahr 2033.

Wir tätigen große Investitionen für die Sicherheit, Widerstandsfähigkeit und Verteidigung unseres Landes. Der Frieden in Europa ist durch die Aggression Russlands bedroht, und ein ausgeglichener Haushalt allein wird nicht ausreichen, um Deutschland zu verteidigen.

— Bundesfinanzminister Lars Klingbeil

Der Entwurf stieß bei Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und Umweltorganisationen auf Kritik. Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, bewertete den Anstieg bei Ausgaben und Verschuldung als „besorgniserregend“ und wies auf die Zinskosten hin. Stefan Körzell vom Deutschen Gewerkschaftsbund bezeichnete es als „großes Ungleichgewicht“, dass bei steigenden Militärausgaben gleichzeitig bei sozialen Wohlfahrtsleistungen gespart werde.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland bewertete die Pläne im Hinblick auf die Klimaschutzpolitik negativ. Der Plan der Koalition, ab dem 1. Januar 2027 eine Zuckersteuer auf Getränke einzuführen, war zudem ein weiterer Punkt, der in der Wirtschaft für Unmut sorgte.