Historische Entscheidung bei Volkswagen: Unternehmen bereitet weltweiten Abbau von 100.000 Stellen vor
Der deutsche Automobilriese Volkswagen plant aufgrund steigender Kosten, des Drucks durch chinesische Wettbewerber und sinkender Gewinnmargen den weltweiten Abbau von rund 100.000 Arbeitsplätzen.
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Oliver Blume, CEO des deutschen Automobilkonzerns Volkswagen (VW) Gruppe, hat angekündigt, dass das Unternehmen plant, weltweit rund 100.000 Mitarbeiter zu entlassen. Dass sich diese Zahl im Vergleich zu den zuvor genannten 50.000 verdoppelt hat, verdeutlicht das Ausmaß der Krise, in der sich das Unternehmen befindet.
VW, zu dem große Marken wie Porsche, Audi, Seat und Skoda gehören, durchlebt aufgrund der Schrumpfung in Schlüsselmärkten und des zunehmenden Wettbewerbs schwierige Zeiten.
In einer Nachricht von CEO Oliver Blume an die Belegschaft wurde betont, dass die Kosten von Volkswagen im Vergleich zu den Wettbewerbern um 20 Prozent höher seien. Blume erklärte: "Wir müssen effizienter, robuster und einfacher werden. Wir müssen unsere Kosten senken", und wies darauf hin, dass man einen umfassenden Bewertungsprozess für alle Marken und Regionen eingeleitet habe.
EINFLUSS VON CHINA UND USA AUF DIE GEWINNMARGEN
Die Gewinnmarge des Unternehmens ist in den letzten Jahren drastisch geschrumpft. Nachdem Volkswagen für das Jahr 2023 einen operativen Gewinn von 22,6 Milliarden Euro ausgewiesen hatte, sank dieser Wert 2024 auf 19,1 Milliarden Euro und im vergangenen Jahr auf 8,9 Milliarden Euro.
Zu den Hauptursachen für diesen starken Rückgang gehört der massive Einbruch in China, einem der wichtigsten Märkte des Unternehmens. In der ersten Jahreshälfte gingen die Verkäufe auf dem chinesischen Markt um 26 Prozent zurück. Auf dem US-Markt wurde aufgrund der von der Trump-Regierung auf Autoimporte erhobenen Zölle ein Rückgang der Verkäufe um 7 Prozent verzeichnet.
Darüber hinaus erhöhen chinesische Automobilhersteller, die mit niedrigen Produktionskosten und neuen Technologien aggressiv in die globalen Märkte eintreten, den Druck auf europäische Marken zunehmend.
SPANNUNGEN MIT GEWERKSCHAFTEN UND STREIKDROHUNGEN
Die Ausweitung der Pläne zum Stellenabbau hat zu erheblichen Unruhen innerhalb des Unternehmens geführt. Nachdem das Management Ende 2024 mit massiven Streikdrohungen konfrontiert war, hatte man sich mit der deutschen Gewerkschaft IG Metall auf einen Stellenabbau von insgesamt 50.000 Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2030 geeinigt.
Dass die neuen Pläne auf dem Tisch diese Zahl nun auf 100.000 erhöhen, hat die Proteste in den Werken im ganzen Land erneut angefacht. Einige Branchenanalysten behaupten jedoch, dass die Zahl von 100.000 als Taktik in den Verhandlungen mit den Gewerkschaften vorgebracht wurde und die endgültige Zahl niedriger ausfallen könnte.
Auf der anderen Seite hatte Volkswagen in der Vergangenheit geplant, eine Fabrik in der Türkei zu errichten, nahm jedoch aufgrund der Bedingungen der Coronavirus-Pandemie im Jahr 2020 von diesem Vorhaben Abstand.