Historischer Rückgang bei Direktinvestitionen: Türkei erstmals im negativen Bereich!
Ohne Berücksichtigung von Immobilien sind die ausländischen Direktinvestitionen erstmals negativ geworden. Das Verhältnis der ins Ausland fließenden Direktinvestitionen zu den eingehenden Investitionen überstieg 103 Prozent.
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Die Bilanz der ausländischen Direktinvestitionen wies im Jahr 2023, exklusive Immobilien, erstmals einen negativen Wert auf. Es wurde beobachtet, dass die Direktinvestitionen ins Ausland die eingehenden Investitionen überstiegen haben.
Dieser Wandel deutet darauf hin, dass sich die Türkei von der Ära entfernt, in der sie bei ausländischen Direktinvestitionen führend war. In den letzten Jahren ist ein rückläufiger Trend bei den Kapitalzuflüssen für ausländische Direktinvestitionen zu verzeichnen. Betrachtet man die Zahlen ohne Immobilien, so war der Netto-Kapitalzufluss (einschließlich Liquidationen) Ende 2023 erstmals negativ, was bedeutet, dass die Direktinvestitionen in der Türkei Ende 2023 einen Nettoverlust erlitten haben.
Tabelle, ekonomim
Laut den Zahlungsbilanzdaten der Zentralbank belief sich der Nettobetrag der Kapitalinvestitionen im Ausland Ende 2023, nach Abzug der von Unternehmen liquidierten Beträge, auf 5 Milliarden 393 Millionen US-Dollar. Im gleichen Zeitraum betrug der in die Türkei geflossene Betrag 5 Milliarden 214 Millionen US-Dollar. Dies zeigt, dass die Nettoinvestitionen in Form von dauerhaftem Kapital in der Türkei erstmals ins Minus gerutscht sind. Hierbei wirkten sich sowohl der Rückgang ausländischer Investoren als auch die zunehmende Tendenz heimischer Investoren, im Ausland zu investieren, aus.
Die ausländischen Direktinvestitionen in der Türkei, die Anfang der 2000er Jahre rapide anstiegen, sind nach Unsicherheiten in den Bereichen Politik und Sicherheit zurückgegangen. In den letzten Jahren gab es Beispiele, bei denen geplante Investitionen, insbesondere im Bereich Elektro- und Hybridfahrzeuge, gestoppt oder in andere Länder verlagert wurden.
Nach Aussagen des Vorsitzenden des Internationalen Investorenverbandes (YASED), Engin Aksoy, ist das Wachstum der globalen ausländischen Direktinvestitionen begrenzt und der Wettbewerb zwischen den Ländern, die solche Investitionen anziehen wollen, nimmt zu. Laut Aksoy ist neben neuen Investitionen auch die Erweiterung bestehender Investitionen von Bedeutung.
Der Wettbewerbsfähigkeitsanalyse von YASED zufolge ist die Türkei hinsichtlich der Kosten zwar wettbewerbsfähig, weist jedoch im Vergleich zu anderen Ländern ein höheres Risikoniveau auf. Aksoy merkte an, dass laut einer Umfrage der Erfolg des Programms zur Inflationsbekämpfung, die Vorhersehbarkeit und das Rechtssystem für Investitionen entscheidend seien und sich die Erwartungen verbessert hätten. Laut der YASED-Umfrage besteht ein Investitionspotenzial von rund 18,6 Milliarden US-Dollar, sofern die Türkei in diesen Bereichen Verbesserungen erzielt.