Inflation trifft auch türkische Serien

Die hohe Inflation und die eskalierenden Produktionskosten gefährden die Wettbewerbsfähigkeit der weltweit beliebten türkischen Fernsehserien auf den internationalen Märkten. Aufgrund der gestiegenen Produktionsausgaben und sinkender Werbeeinnahmen wächst die Sorge vor einer Schrumpfung der Branche.

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Fernsehserien, die in den letzten Jahren in rund 170 Länder exportiert wurden und der türkischen Wirtschaft Millionen von Dollar einbrachten, stehen aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten unter Druck. Branchenvertreter geben an, dass die Produktionskosten pro Folge auf über 240.000 Dollar pro Stunde gestiegen sind. Dies erschwert es, die Produktionskosten durch Werbeeinnahmen zu decken.

Özcan Altunkaya, Mitglied des Medienkomitees der Handelskammer Istanbul, erklärte: „Die Produktionskosten sind sogar höher als in Spanien. Das beeinträchtigt den Export.“

Der Erfolg türkischer Serien resultiert aus einem intensiven Wettbewerbsumfeld, das sich jede Woche nach den Einschaltquoten richtet. Während zur Hauptsendezeit etwa 75 Stunden Inhalt angeboten werden, werden Serien, die das Interesse der Zuschauer nicht wecken, schnell abgesetzt. Erfolgreiche Produktionen hingegen erzielen bei internationalen Verkäufen erhebliche Gewinne.

Doch die jüngste Inflation hat begonnen, dieses wettbewerbsorientierte Produktionsmodell zu belasten. Da Produzenten aufgrund sinkender Werbeeinnahmen weniger Risiken eingehen, wird darauf hingewiesen, dass auch die Zahl neuer Projekte zurückgehen könnte.

AUSWIRKUNGEN DER INFLATION AUF DIE BRANCHE

Die Inflation in der Türkei, die im Jahr 2022 auf bis zu 85 Prozent anstieg, bewegt sich heute bei etwa 30 Prozent. Die Wertverluste der Lira haben die Kosten auf Dollar- und Euro-Basis erhöht und damit den Preisvorteil türkischer Serien auf den internationalen Märkten verringert. Dieselben Belastungen zeigen sich auch in der Textil- und Haushaltsgerätebranche.

NEUE WEGE DER EINNAHMENSUCHE

Angesichts der schrumpfenden Gewinnspannen in der Branche orientieren sich die Produzenten an alternativen Märkten. Während die Handelsbeziehungen zu Russland und den Golfstaaten gestärkt werden, stehen auch Koproduktionsprojekte mit Studios aus Saudi-Arabien auf der Tagesordnung.

Expertenmeinungen zufolge verfügt das derzeitige Produktionsmodell türkischer Serien noch immer über eine starke Struktur. Es wird jedoch gewarnt, dass die Position der Branche auf der globalen Bühne zu schwächeln beginnen könnte, sollten die wirtschaftlichen Bedingungen so anhalten.