Investitionen in erneuerbare Energien stehen bevor
Der russische staatliche Atomenergiekonzern Rosatom plant Investitionen in den türkischen Markt für erneuerbare Energien.
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Der Minister für Energie und natürliche Ressourcen, Alparslan Bayraktar, sprach im Rahmen der Russischen Energiewoche in Moskau auf einer Sitzung mit dem Titel "Technologische Souveränität und kohlenstoffarme Energie: Ein Blick in die Zukunft".
Bayraktar wies darauf hin, dass die traditionelle Herausforderung im Energiesektor darin bestehe, die Energieversorgung für die Verbraucher zuverlässig und kostengünstig zu gestalten. "Nun kommt als neue Herausforderung hinzu, dass die Energie nicht nur zuverlässig und kostengünstig, sondern auch umweltfreundlich bereitgestellt werden muss", erklärte er.
Diese Herausforderungen seien auch auf dem türkischen Energiemarkt relevant, so Bayraktar: "Wir sind ein wachsender Markt; unser Energiebedarf steigt sowohl im Strom- als auch im Erdgassektor. In den letzten 20 Jahren gab es einen Anstieg um das Dreifache. Unser Energiebedarf wächst jährlich um 4,7 Prozent, und wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend über die nächsten 20 Jahre fortsetzen wird."
Minister Bayraktar betonte, dass aus diesem Grund erhebliche Investitionen in die Energieerzeugung in der Türkei erforderlich seien.
DAS KLIMANEUTRALITÄTSZIEL DER TÜRKEI
Bayraktar erinnerte daran, dass Präsident Recep Tayyip Erdoğan vor zwei Jahren das Ziel verkündet habe, bis 2053 Klimaneutralität zu erreichen. "Wir haben nur noch 30 Jahre Zeit und müssen unser gesamtes Energiesystem sowie alle Sektoren, von der Landwirtschaft über den Verkehr bis hin zur Industrie, transformieren. Wir müssen in allen Wirtschaftsbereichen eine Energiewende vollziehen", sagte er.
Er betonte, dass die Türkei wichtige Investitionen tätige, um die Klimaneutralität im Energiesektor zu erreichen: "Zunächst einmal verfügen wir über ein bedeutendes Potenzial bei den erneuerbaren Energien. Auch der Generaldirektor des russischen staatlichen Atomenergiekonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, möchte in den türkischen Markt für erneuerbare Energien investieren. Wir entwickeln derzeit Projekte für Solar- und Windenergie."
Minister Bayraktar wies auf die wachsende Bedeutung erneuerbarer Energien im türkischen Energiesektor hin: "55 Prozent der installierten Leistung der Türkei stammen aus erneuerbaren Energien, und wir wollen diesen Anteil weiter erhöhen. Bis 2035 müssen wir unsere installierte Leistung bei Solar- und Windenergie jedes Jahr um 5 Gigawatt steigern. Unser zusätzlicher Ausbau an erneuerbaren Energien bei Sonne und Wind wird in 12 Jahren 60 Gigawatt erreichen."
Bayraktar betonte zudem, dass Energieeffizienz ein wichtiges Thema sei und die Energieerzeugung sowie der -verbrauch in der gesamten Wirtschaft effizient gestaltet werden müssten.
DER NUKLEARERERGIEBEDARF DER TÜRKEI
Bayraktar erklärte, dass Rosatom im Einklang mit dem mit Russland unterzeichneten Abkommen das Kernkraftwerk (KKW) Akkuyu baue. "Langfristig benötigen wir jedoch eine installierte Leistung von mindestens 20 Gigawatt aus Kernenergie. Die Kapazität von Akkuyu beträgt 4,8 Gigawatt, aber wir brauchen auch ein zweites und drittes Kernkraftwerk. Rosatom zeigt zudem großes Interesse an dem geplanten Kernkraftwerk in Sinop", sagte er.
Bayraktar teilte mit, dass die Bauarbeiten am KKW Akkuyu mit zehntausenden Mitarbeitern effizient vorangetrieben würden: "Wir waren vor zwei Wochen vor Ort. Unser Ziel ist es, 2024 Strom aus dem ersten Reaktor zu gewinnen. In den darauffolgenden Jahren werden wir das gesamte Kraftwerk in Betrieb nehmen. 10 Prozent unseres Energiebedarfs werden aus dieser Anlage gedeckt, was uns die Vermeidung von 30 bis 35 Millionen Tonnen CO2-Emissionen ermöglichen wird."
Bayraktar fügte hinzu, dass man auch Schritte für Lösungen im Bereich kleiner modularer Reaktoren unternehme.
"WIR MÜSSEN DAS RICHTIGE GLEICHGEWICHT BEI DER ENERGIEVERSORGUNG FINDEN"
Der Minister betonte, dass man in der Türkei Wert auf eine wettbewerbsfähige und kostengünstige Energieversorgung lege und führte weiter aus:
"Wir müssen unserer Industrie und unseren Haushalten eine wettbewerbsfähige und kostengünstige Energieversorgung bieten. Als Industrieland verfügt die Türkei über eine sehr hohe Produktionskapazität und benötigt zuverlässige Energie bei Strom und Erdgas. Wir müssen das richtige Gleichgewicht bei einer zuverlässigen und wettbewerbsfähigen Energieversorgung finden."
Abschließend sagte Bayraktar, dass der Bereich der erneuerbaren Energien durch technologische Entwicklungen ebenfalls wettbewerbsfähig geworden sei: "Das Wichtigste ist, den Markt mit wettbewerbsfähiger, kostengünstiger und zuverlässiger Energie zu versorgen. Unsere Pläne für die Kernenergie scheinen damit im Einklang zu stehen, und wir hoffen, dass dies auch so bleibt."