Istanbul hängt die Welt bei Mietsteigerungen ab! Hier sind die 3 Bezirke mit den höchsten Preisanstiegen
Laut einer Untersuchung der Istanbuler Planungsagentur (İPA), die der Stadtverwaltung von Istanbul (İBB) untersteht, sind die Immobilienverkaufspreise in der Stadt im letzten Jahr um 84,14 Prozent und die Mietpreise um 75,56 Prozent gestiegen. Die Studie nennt auch die Bezirke in Istanbul, in denen die Mieten am stärksten gestiegen sind.
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Nachdem die Gouverneurin der Zentralbank der Republik Türkei, Hafize Gaye Erkan, die exorbitanten Mietpreise in Istanbul beklagt hatte, rückten die Mietpreise in der Stadt erneut in den Fokus.
Die der İBB unterstellte Istanbuler Planungsagentur (İPA) hat die Ergebnisse ihres Berichts mit dem Titel „Wohnen als Recht: Ist der Zugang zu gesundem, widerstandsfähigem und sicherem Wohnraum für alle möglich?“ veröffentlicht.
Der Bericht verdeutlichte erneut die exorbitanten Mietsteigerungen in Istanbul.
84,14 PROZENT ANSTIEG BEI IMMOBILIENVERKAUFSPREISEN, 75,56 PROZENT BEI MIETPREISEN
Nach Daten vom November 2023 sind die Immobilienverkaufspreise in Istanbul im letzten Jahr um 84,14 Prozent und die Mietpreise um 75,56 Prozent gestiegen.
Der Bericht weist darauf hin, dass trotz des Anstiegs des Wohnungsangebots in ganz Istanbul in den 2000er Jahren der Erwerb von Wohneigentum für mittlere und niedrige Einkommensgruppen unmöglich geworden sei, und stellt fest: „Auch die stadtweit angebotenen Mietwohnungen haben ihre Erschwinglichkeit für die niedrigen und mittleren Einkommensgruppen verloren.“
ISTANBUL HÄNGT DIE WELT BEI MIETSTEIGERUNGEN AB
Im Bericht wird betont, dass die Mietpreise aufgrund der Auswirkungen der Pandemie zwischen 2020 und 2022 weltweit gestiegen sind, während die Mieten jedoch weltweit um das 1,6-fache zunahmen, stiegen sie in Istanbul um das 5,2-fache.
DIE BEZIRKE IN ISTANBUL MIT DEN STÄRKSTEN MIETSTEIGERUNGEN
Im Bericht wurden die Bezirke mit den höchsten durchschnittlichen Mietpreissteigerungen in den letzten vier Jahren seit 2019 wie folgt aufgelistet:
- Üsküdar 961 Prozent,
- Kağıthane 954 Prozent,
- Beykoz 889 Prozent,
- Başakşehir 879 Prozent,
- Küçükçekmece 861 Prozent,
- Eyüpsultan 804 Prozent.
Die Bezirke in Istanbul mit den höchsten Anstiegen bei den Quadratmeterpreisen für Mietwohnungen im Zeitraum 2019-2023 sind wie folgt:
- Çekmeköy: 1200 Prozent
- Ümraniye 1109 Prozent
- Pendik 1097 Prozent
- Sultanbeyli 1095 Prozent
- Tuzla 1067 Prozent
Die zehn Stadtviertel in Istanbul, in denen im Zeitraum 2019-2023 die dramatischsten Anstiege bei den Wohnungsmieten zu verzeichnen waren, sind:
- Beykoz-Riva: 2144 Prozent
- Fatih-Molla Hüsrev: 1643 Prozent
- Kağıthane-Hami: 1638 Prozent
- Fatih-Küçük Ayasofya: 1588 Prozent)
- Çekmeköy-Nişantepe: 1575 Prozent
- Maltepe-Çınar: 1542 Prozent
- Büyükçekmece-Karaağaç: 1519 Prozent
- Çekmeköy-Sırapınar: 1493 Prozent
- Tuzla-Tepeören: 1487 Prozent
- Kartal-Atalar: 1449 Prozent
- Sarıyer-Uskumruköy: 1374 Prozent
„WOHNUNGSKRISE IST UNAUSWEICHLICH GEWORDEN“
In dem Bericht, in dem unterstrichen wird, dass die Wohnungskrise angesichts der in den letzten Jahren rapide sinkenden Kaufkraft in der Türkei unvermeidlich geworden ist, heißt es: „Der gravierende Preisanstieg bei Wohnungsmieten und -verkäufen, die bei jedem Wohnungswechsel wachsende Mietkluft und Probleme wie die Unfähigkeit, neue Wohnungen zu finden, erschüttern nicht nur die Haushaltsökonomien während der Wohnungssuche, sondern lassen die Mieter auch in ständiger Sorge und Unruhe zurück.“
95 PROZENT KÖNNEN KEINEN WOHNUNGSKREDIT IN ANSPRUCH NEHMEN
Im Bericht wird auch der Anstieg des Mindestlohns mit dem Anstieg der Mietpreise verglichen und festgestellt: „Es ist zu sehen, dass die Mindestlohnerhöhungen weitaus geringer ausfallen als die Mietsteigerungen. Dieses Ungleichgewicht, das dazu führt, dass insbesondere Lohnempfänger den Großteil ihres Einkommens für Mietkosten ausgeben, hat ein Ausmaß erreicht, das die soziale Ungerechtigkeit verschärft und den sozialen Frieden bedroht. Dass 95 Prozent der Gesellschaft in dieser Zeit keinen Wohnungsbaukredit in Anspruch nehmen können und die kreditfinanzierten Wohnungsverkäufe landesweit auf einen historischen Tiefpunkt gefallen sind, führt dazu, dass das Zuhause nicht mehr als Wohnraum, sondern als Finanzanlageinstrument wahrgenommen wird.“