JPMorgan-Besuch bei 20 türkischen Banken: Fokus auf institutionelle Schwäche...

Analysten von JPMorgan trafen sich mit 20 Banken und Unternehmen in der Türkei. In einer nach dem Besuch erstellten Notiz wurde auf die institutionelle Schwäche in der Türkei hingewiesen. Es wurde festgestellt, dass die makroökonomische Dynamik in der Türkei durch institutionelle Schwächen ausgeglichen werde. Die Notiz enthielt zudem Empfehlungen für die Banken und Unternehmen.

12punto

Die Corporate-Research-Analysten von JPMorgan, darunter Zafar Nazim und Lorenzo Parisi, sowie der Ökonom Fatih Akçelik trafen sich mit 20 Banken und Unternehmen in der Türkei. In der nach den Gesprächen erstellten Notiz wurde darauf hingewiesen, dass die Dynamik auf der Makro-Seite durch institutionelle Schwächen und Unternehmensbewertungen, die nahe an ihrem beizulegenden Zeitwert liegen, ausgeglichen werde.

Wie BloombergHT berichtet, wird in der von JPMorgan nach den Gesprächen mit den Verantwortlichen veröffentlichten Notiz darauf hingewiesen, dass die Türkei nach der Rückkehr zu einer orthodoxen Politik und der Beseitigung makroökonomischer Ungleichgewichte im vergangenen Jahr eine starke Performance bei der Kreditaufnahme erzielt habe, dies jedoch die Fundamentaldaten der Unternehmen nicht verbessert habe.

'DOLLARISIERUNG KÖNNTE AUSGELÖST WERDEN'

Während betont wurde, dass viele türkische Unternehmen durch die reale Aufwertung der Lira und die schwache Binnennachfrage, die unter der durch hohe Inflationsdrücke sinkenden Kaufkraft leidet, unter Druck stehen, wurde auch hervorgehoben, dass die Fundamentaldaten der Unternehmensverschuldung auf einem gesunden Niveau bleiben.

Während erwartet wird, dass die Dynamik auf der Makro-Seite kurzfristig anhält, wurde auch darauf hingewiesen, dass das Thema Dollarisierung weiterhin beobachtet werde. Die Analysten von JPMorgan, die auf den Trend der inländischen Anleger zur Umschichtung von Deviseneinlagen und KKM in Lira-Einlagen hinwiesen, warnten zudem, dass eine Fortsetzung der aktuellen Lira-Politik über einen längeren Zeitraum ab einem gewissen Punkt eine Dollarisierung auslösen könnte.

'MARKTTECHNISCHE ASPEKTE VERSCHLECHTERN SICH'

Während JPMorgan detaillierte Bewertungen zu den Fundamentaldaten vieler Unternehmen vornahm, wurden auch die Empfehlungen zu den Eurobonds der Unternehmen aktualisiert.

In der Bewertung wurde betont, dass zwar ein nachlassender Emissionsdruck bei der Unternehmensfinanzierung erwartet werde, sich jedoch die markttechnischen Aspekte verschlechtern würden.

Die Analysten von JPMorgan erinnerten daran, dass türkische Unternehmen in den letzten 12 Monaten mit 19,6 Milliarden Dollar ein Rekordvolumen an Eurobonds emittiert hätten, und wiesen darauf hin, dass sich die Positionierung der Anleger infolgedessen von einer neutralen oder übergewichteten auf eine untergewichtete Stufe zurückentwickelt habe.

Die Analysten von JPMorgan teilten zudem folgende Empfehlungen für Eurobonds mit:

  • Akbank-Übergewichten

  • Limak Port Eurobond mit Fälligkeit 2036-Übergewichten

  • Coca Cola İçecek Eurobond mit Fälligkeit 2029-Neutral

  • Arçelik Eurobond mit Fälligkeit 2028-Neutral

  • Ford Otosan Eurobond mit Fälligkeit 2029-Neutral

  • Garanti BBVA Eurobond mit Fälligkeit 2027-Neutral

  • İş Bankası Eurobond mit Fälligkeit 2028-Neutral

  • Mersin Limanı Eurobond mit Fälligkeit 2028-Neutral

  • TAV Holding Eurobond mit Fälligkeit 2028-Neutral

  • Türkiye Varlık Fonu-Neutral