Krise auf dem Kaffeemarkt: Preisanstiege erreichen Verbraucher erst nach einem Jahr

Während die Preise für Rohkaffee aufgrund schlechter Wetterbedingungen stark gestiegen sind, zeigt ein neuer Bericht der FAO, dass es bis zu einem Jahr dauern kann, bis sich diese Preiserhöhungen auf die Verbraucher auswirken.

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Einem Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zufolge dauert es etwa ein Jahr, bis sich Preisanstiege bei Rohkaffee auf die Verbraucher auswirken, wobei die restlichen Auswirkungen voraussichtlich mindestens vier Jahre anhalten werden.

Infolge ungünstiger Wetterbedingungen, die das Angebot einschränkten und die globalen Lagerbestände aufzehrten, sind die Rohkaffeepreise gestiegen. Arabica-Kaffee verzeichnete im vergangenen Jahr an der ICE-Börse einen Wertzuwachs von 70 Prozent und legte in diesem Jahr bisher um mehr als 20 Prozent zu.

Laut FAO werden sich etwa 80 Prozent dieser Preiserhöhungen in der Europäischen Union über einen Zeitraum von 11 Monaten auf die Verbraucher auswirken; in den Vereinigten Staaten liegt dieser Wert ebenfalls bei 80 Prozent, wobei die Anstiege dort über acht Monate anhalten werden.

HÖCHSTER KONSUM IN DEN USA UND EUROPA

Die USA und die Europäische Union gehören mit Abstand zu den größten Kaffeekonsumenten der Welt.

Es wird erwartet, dass die Preiserhöhungen für Verbraucher deutlich geringer ausfallen als der Anstieg der Kosten für Rohkaffeebohnen. Der Grund dafür ist, dass auch andere Faktoren, die die Kaffeepreise im Einzelhandel beeinflussen – wie Transport, Röstung, Verpackung und Zertifizierung – zu den Preissteigerungen beitragen.

Dem FAO-Bericht zufolge führt ein Anstieg der Rohkaffeekosten um 1 Prozent in der Europäischen Union nach 19 Monaten zu einem Anstieg der Einzelhandelspreise um lediglich 0,24 Prozent, wobei dieser „Schock“ über mehrere Jahre hinweg anhält.

Was die Erzeugerländer betrifft, so meldete die UN-Organisation, dass die Preise für Kaffeebohnenbauern in Äthiopien um 17,8 Prozent, in Kenia um 12,3 Prozent, in Brasilien um 13,6 Prozent und in Kolumbien um 11,9 Prozent gestiegen sind.

Es wird betont, dass dies im Vergleich zu den Gewinnen, die auf internationalen Handelsmärkten wie der ICE zu beobachten sind, deutlich niedriger ausfällt.