Lebensbedingungen junger Menschen in Istanbul haben sich in den letzten 20 Jahren verschlechtert

Ein neuer Bericht der Istanbuler Planungsagentur (İPA) hat die Herausforderungen aufgezeigt, mit denen junge Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren in Istanbul in den letzten 20 Jahren konfrontiert waren. Der Untersuchung zufolge nehmen Probleme wie finanzielle Not, Zukunftsängste, Arbeitslosigkeit und ein schrumpfendes Sozialleben bei jungen Menschen stetig zu.

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Ein umfassender Bericht, der im April 2025 von der İPA-Abteilung für Stadtagenda-Forschung veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass sich die Lebensbedingungen der 18- bis 30-jährigen Einwohner Istanbuls in den letzten 20 Jahren erheblich verschlechtert haben. Die Untersuchung verdeutlicht, dass zunehmende finanzielle Engpässe, Zukunftsunsicherheit, Schwierigkeiten beim Übergang von der Ausbildung in den Beruf sowie ein eingeschränktes Sozialleben zu den zentralen Problemen der Jugend geworden sind. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass mehr als die Hälfte der jungen Menschen darüber nachdenkt, ins Ausland zu ziehen.

MIT WELCHEM LEBEN MUSS SICH EIN JUNGER MENSCH HEUTE AUSEINANDERSETZEN?

Die Studie, die sich auf die Altersgruppe der 18- bis 30-Jährigen konzentriert und mehr als 3 Millionen junge Menschen (20,63 % der Bevölkerung) in Istanbul umfasst, wurde mithilfe von Umfragen, Fokusgruppengesprächen, öffentlichen Daten und Expertenmeinungen durchgeführt. Die Untersuchung suchte nach Antworten auf die Frage: „Wie lebte ein junger Mensch vor 20 Jahren in Istanbul und mit welchem Leben muss sich ein junger Mensch heute auseinandersetzen?“

WICHTIGSTE ERGEBNISSE:

• Verschärfte finanzielle Not: Die große Mehrheit der befragten jungen Menschen (77,6 %) gibt an, dass junge Menschen heute unter schwierigeren Bedingungen leben als früher. Die Kaufkraft der KYK-Stipendien ist seit 2005 im Vergleich zum Goldpreis um 84,5 % und im Vergleich zu Grundnahrungsmitteln wie Tee und Simit um 84,4 % gesunken. Während junge Menschen Schwierigkeiten haben, ihre Grundbedürfnisse wie Wohnraum und Zugang zu hochwertigen Lebensmitteln zu decken, wurde Wohnraum vor 20 Jahren als „Wahlmöglichkeit“ betrachtet, heute jedoch als „Krise“ wahrgenommen.

• Bildung führt nicht zum Beruf, Diplome verlieren an Wert: Ein Universitätsabschluss bedeutet heute nicht mehr automatisch Arbeitsplatzsicherheit. 41 % der jungen Menschen arbeiten in Jobs, die unter ihrem Ausbildungsniveau liegen, und jeder vierte junge Mensch zwischen 15 und 29 Jahren (25,9 %) befindet sich weder in Ausbildung noch in Beschäftigung (NEET). Es herrscht die Wahrnehmung vor, dass bei der Einstellung eher Referenzen als Qualifikationen zählen. Dies führt dazu, dass junge Menschen in fachfremde, unsichere und schlecht bezahlte Tätigkeiten gedrängt werden.

• Eingeschränktes Sozial- und Kulturleben: Die steigenden Lebenshaltungskosten schränken die Teilnahme junger Menschen an sozialen und kulturellen Aktivitäten erheblich ein. Während vor 20 Jahren ein lebendiges Campusleben und zugängliche kulturelle Veranstaltungen verbreitet waren, fällt es jungen Menschen heute schwer, ins Theater (bei einer Stipendienquote von 15,3 % sechsmal im Monat) oder zu Konzerten (bei einer Stipendienquote von 46,5 % zweimal im Monat) zu gehen. Die öffentlichen Räume der Stadtverwaltung Istanbul (İBB) stechen als seltene Orte hervor, an denen junge Menschen „aufatmen“ können.

• Wachsende Zukunftsangst und aufgeschobene Träume: Die Hauptsorgen der jungen Menschen sind finanzielle Not (49,2 %) und Zukunftsunsicherheit (47,9 %). Grundlegende Lebensschritte wie der Beginn eines unabhängigen Lebens (78,8 % empfinden dies als schwierig) oder die Heirat (81,8 % empfinden dies als schwierig) werden aus finanziellen Gründen aufgeschoben. Ziele wie der Erwerb eines Eigenheims oder eines Autos werden nicht einmal mehr als „entfernte Möglichkeit“ angesehen. Dies führt dazu, dass sich die Phase der Jugend faktisch verlängert.

• Ausland als „notwendige Alternative“: Heute zieht die Hälfte der jungen Menschen (50,4 %) einen Umzug ins Ausland in Betracht; vor 20 Jahren lag dieser Wert bei 35,1 %. Während der Wunsch nach dem Ausland in der Vergangenheit eher von Neugier und dem Streben nach Erfahrung geprägt war, ist er heute zu einer „Notwendigkeit“ geworden, die aus der Suche nach Leistungsgerechtigkeit, Fairness, der Entlohnung der eigenen Arbeit und besseren Lebensbedingungen resultiert. Dieser Trend reicht bereits bis in die Ebene der Oberschüler.

Der Bericht der Stadtagenda-Forschung weist auf die strukturellen Probleme und die zunehmende Verletzlichkeit der jungen Menschen in Istanbul hin und unterstreicht die dringende Notwendigkeit ganzheitlicher politischer Maßnahmen, die das wirtschaftliche, soziale und psychologische Wohlergehen der Jugend unterstützen.