Mahfi Eğilmez kommentiert Zinsen und Strukturreformen: 'Die Türkei ist wirklich ein interessantes Land'
Der Ökonom Mahfi Eğilmez hat seine Kommentare zur Zinsentscheidung der Zentralbank präzisiert.
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Der Ökonom Mahfi Eğilmez betonte in einem Beitrag auf seinem persönlichen Blog, in dem er auf Reaktionen zu seinen Äußerungen zur Zinspolitik einging, dass neben den Zinsen auch Strukturreformen unerlässlich seien, und erklärte dazu:
'ICH HABE EIN BUCH GESCHRIEBEN, WEIL ICH ES LEID WAR, EINZELN ZU ANTWORTEN'
"Wie ich aus den jüngsten Kommentaren in den sozialen Medien entnehme, lesen viele Leute von einem Kommentar, der aus zwei Sätzen besteht, nur den ersten Satz, lesen den zweiten nicht oder bleiben am ersten hängen und löschen den zweiten aus ihrem Gedächtnis. Ich schreibe zum Beispiel: 'Eine Zinserhöhung ist unerlässlich. Aber sie muss unbedingt von Strukturreformen begleitet werden, sonst nützt die Zinserhöhung nichts.' Wenn dann die Zinserhöhung ohne begleitende Strukturreformen nicht greift und ich diese Situation kritisiere, sagen einige Freunde: 'Was ist denn damit, dass alles gut werden sollte, wenn die Zinsen erhöht werden?' Dabei habe ich immer gesagt: 'Zinsen allein können eine Wirtschaft ruinieren, aber sie können sie nicht allein wieder aufbauen. Sie müssen unbedingt von Strukturreformen begleitet werden.' Wenn ich das schreibe, gibt es Leute, die fragen, was diese Strukturreformen eigentlich sind. Weil ich es leid war, ihnen allen einzeln zu antworten, habe ich ein Buch mit dem Titel 'Strukturreformen und die Türkei' geschrieben."
'DIE TÜRKEI IST IM WAHRSTEN SINNE EIN SOZIALES LABOR'
Die Türkei ist wirklich ein interessantes Land, im wahrsten Sinne ein soziales Labor. Jeden Tag wird man in eine andere Richtung geschleudert, jeden Tag stößt man auf ein Ereignis, das einen in Erstaunen versetzt. Manchmal, wenn wir vom Staunen müde geworden sind, sagen wir mit einer resignierten Haltung 'das haben wir schon erlebt' und gehen zur Tagesordnung über. Würde sich eine ähnliche Situation beispielsweise in Finnland oder Dänemark ereignen, würden Wissenschaftler wochenlang daran arbeiten, sie zu analysieren. Die Existenz von Menschen, die die Zinsen, die sie bis gestern noch als Sünde betrachteten, nun als ein Wunder ansehen, das die Wirtschaft allein retten wird, ist zum Beispiel ein sehr typisches Beispiel.
Ich teile hier einen meiner Artikel zu diesen Themen sowie einige meiner alten X-Kommentare. Wenn Sie einen Blick darauf werfen, werden Sie sehen, dass sich meine Ansichten nicht geändert haben und dass ich von Anfang an argumentiert habe, dass neben Zinserhöhungen auch Strukturreformen durchgeführt werden müssen, da die Zinserhöhung sonst allein nicht wirksam sein wird."