Maßnahmen bei Kartenzahlungen, Einschränkungen für Zweitwohnungen möglich

Das Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens durch das Erdbeben vom 6. Februar in den südöstlichen Provinzen ist nun klarer. Laut Informationen im offiziellen Jahresprogramm des Präsidenten, das im Amtsblatt veröffentlicht wurde, entfallen von den auf 103 Milliarden Dollar geschätzten Gesamtkosten 56,9 Milliarden Dollar auf Schäden an Wohngebäuden.

12punto

Der Beschluss zur Genehmigung des Jahresprogramms des Präsidenten für das Jahr 2024 wurde im Amtsblatt veröffentlicht. In dem insgesamt 497 Seiten umfassenden Programm werden die Entwicklungen in der Weltwirtschaft und in der türkischen Wirtschaft in getrennten Kapiteln behandelt. Der zweite Teil des Programms enthält die Ziele und politischen Maßnahmen für das Jahr 2024. Hier werden neben den makroökonomischen Indikatoren des 12. Fünfjahresentwicklungsplans auch sektorale Politiken und Maßnahmen aufgeführt.

Den Daten im Abschnitt „Allgemeines Gleichgewicht der Wirtschaft“ des Investitionsprogramms zufolge wird der Privatsektor auch im Jahr 2024, wie in den Vorjahren, den bedeutendsten Teil der Investitionen und des Konsums tätigen. Demnach wird der Gesamtkonsum zu laufenden Preisen von 17 Billionen 879 Milliarden Lira im Jahr 2024 um 59,8 Prozent auf 28 Billionen 585 Milliarden Lira steigen. Davon entfallen 4 Billionen 329 Milliarden Lira auf den öffentlichen Sektor und 24 Billionen 255 Milliarden Lira auf den Privatsektor.

LÖWENANTEIL BEI ÖFFENTLICHEN INVESTITIONEN IM VERKEHRSWESEN

Es wird erwartet, dass die Gesamtinvestitionen in einem ähnlichen Verhältnis wie der Konsum um 59,4 Prozent steigen. In diesem Rahmen werden die öffentlichen Anlageinvestitionen um 44,9 Prozent auf 1 Billion 397 Milliarden Lira und die Anlageinvestitionen des Privatsektors um 61,2 Prozent auf 11 Billionen 375 Milliarden Lira zunehmen.

Von den 1 Billion 362 Milliarden Lira an Anlageinvestitionen, die der öffentliche Sektor 2024 tätigen wird, entfallen 494 Milliarden Lira – was 36,3 Prozent entspricht – auf den Verkehrssektor. Es folgen sonstige Dienstleistungen mit 282,9 Milliarden Lira (20,8 Prozent) und der Bildungssektor mit 157 Milliarden Lira (11,6 Prozent).

DETAILS ZU DEN ERDBEBENKOSTEN IN HÖHE VON 103 MILLIARDEN DOLLAR

Die Details zu den bereits zuvor genannten Kosten der Erdbebenkatastrophe in Höhe von 103 Milliarden Dollar wurden im Programm für 2024 präzisiert. Demnach machen Schäden an Wohngebäuden mit 56,9 Milliarden Dollar den größten Teil der Kosten aus. Dieser Betrag umfasst Wohnungen, die sofort abgerissen werden müssen, bereits zerstört sind oder schwere bis mittelschwere Schäden aufweisen. Der Schaden für den öffentlichen Sektor wird auf 12,9 Milliarden Dollar geschätzt, der für den privaten Sektor auf 11,8 Milliarden Dollar. In der Tabelle, in der die Notfallausgaben mit 6,8 Milliarden Dollar angegeben sind, belaufen sich die Kosten für Hausrat auf 3,1 Milliarden Dollar, die Kosten für die Trümmerbeseitigung auf 2,2 Milliarden Dollar und Schäden an Kraftfahrzeugen auf 300 Millionen Dollar. Den Berechnungen zufolge werden Einnahmeverluste bei Gewerbetreibenden auf 700 Millionen Dollar, DASK-Zahlungen auf 1,9 Milliarden Dollar, Kfz-Versicherungszahlungen auf 100 Millionen Dollar und der BIP-Ausfall auf 6,9 Milliarden Dollar geschätzt.

UMFANG DER KREDITBESCHRÄNKUNGEN FÜR ZWEITWOHNUNGEN KÖNNTE ERWEITERT WERDEN

Im Programm wird darauf hingewiesen, dass die für den Kauf von Zweitwohnungen eingeführten Kreditbeschränkungen ebenso wie die Beschränkungen für Kreditkarten überwacht werden sollen. Zudem wird festgehalten, dass zusätzliche Maßnahmen zu den Entscheidungen getroffen werden, die das Beleihungsauslaufverhältnis (LTV) senken und das Kreditrisikogewicht erhöhen.

MIET- UND FAHRZEUGVERKÄUFE WERDEN DIGITAL ERFASST

Zur Behebung von Mängeln in der administrativen Erfassung von Wohnungs-/Gewerbemieten sowie Verkäufen von Gebrauchtfahrzeugen werden digitale Registrierungssysteme eingerichtet. Sowohl Mietverträge als auch Transaktionen wie der Verkauf von Gebrauchtfahrzeugen werden digital erfasst.

NEUE MASSNAHMEN FÜR KREDITKARTEN MÖGLICH

Die Umsetzungsdetails zu der im 12. Entwicklungsplan unter der Maßnahme Nr. 369,4 aufgeführten Bestimmung, dass „Anwendungen, die einen wirtschaftliche Ungleichgewichte verursachenden und die Inflation befeuernden Konsumanstieg verhindern, umgesetzt werden“, stießen auf Aufmerksamkeit. Im entsprechenden Abschnitt wurde vermerkt, dass die Auswirkungen der Entscheidungen zur Unterstützung der inflationssenkenden Politik, insbesondere hinsichtlich der Ratenzahlungsfristen bei Waren- und Dienstleistungskäufen sowie Bargeldabhebungen mit Kreditkarten, analysiert werden. Es wurde betont, dass bei Bedarf zusätzliche Maßnahmen in diesem Bereich ergriffen werden.