Mehrwertsteuer-Rätsel beim Simit: Wer beim Bäcker kauft, zahlt 1 Prozent, wer im Café kauft, 10 Prozent

Vor den Kommunalwahlen am 31. März wurde eine Preiserhöhung für Simit zurückgenommen; nun steht durch eine neue Mehrwertsteuerregelung eine erneute Verteuerung bevor. Mit der Neuregelung zahlen Kunden, die Simit im Café oder in der Konditorei kaufen, 10 Prozent Mehrwertsteuer, während beim Kauf in der Bäckerei 1 Prozent anfällt.

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Während die Preiserhöhung für Simit vor den Kommunalwahlen am 31. März zurückgenommen wurde, steht nach den Wahlen nun eine Mehrwertsteuererhöhung auf der Tagesordnung.

Wie Erdoğan Süzer von der Zeitung Sözcü berichtet, werden die Preise für diese Produkte um den gleichen Prozentsatz, also um etwa 9 bis 10 Prozent steigen, da Unternehmen, die bisher 1 Prozent Mehrwertsteuer auf Simit erhoben und von den Bürgern eingezogen haben, künftig 10 Prozent berechnen müssen.

FÜR BETRIEBE MIT TISCHEN UND STÜHLEN GEHÖRT DER 1-PROZENT-SATZ DER VERGANGENHEIT AN

Gemäß dem Mehrwertsteuergesetz liegt die Befugnis, Mehrwertsteuersätze zu erhöhen oder zu senken, beim Präsidenten. In der Praxis wird auf Produkte wie Simit, Börek, Poğaça, Torten oder Gebäck, die von Restaurants, Konditoreien oder Cafés hergestellt werden, 1 Prozent Mehrwertsteuer erhoben, wenn sie direkt an der Kasse gekauft oder als Lieferservice nach Hause bestellt werden. Wenn dasselbe Produkt in der Konditorei oder im Café verzehrt wird, fallen 10 Prozent Mehrwertsteuer an. Dem Entwurf des Kommuniqués zufolge wird künftig jedoch auch auf Produkte, die in Konditoreien, Cafés oder sogar an Straßenkiosken mit Sitzgelegenheiten im Stehen gekauft oder nach Hause geliefert werden, eine Mehrwertsteuer von 10 Prozent erhoben. Für Betriebe mit Tischen und Stühlen wird der 1-Prozent-Mehrwertsteuersatz vollständig der Vergangenheit angehören.

FINANZBEAMTE SPRECHEN VON STEUERHINTERZIEHUNG

Es wurde darauf hingewiesen, dass Betriebe wie Konditoreien und Cafés, die Lebensmittel sowohl wie ein Markt nach außen verkaufen als auch Kunden vor Ort bedienen, das Mehrwertsteuer-Chaos als Gelegenheit zur Steuervermeidung nutzen. Es wird berichtet, dass einige Betriebe beim Verkauf von Simit (1 Prozent Mehrwertsteuer) zusammen mit Cola (10 Prozent Mehrwertsteuer) unterschiedslos für alles einen Kassenbon mit 1 Prozent Mehrwertsteuer ausstellen, während andere Betriebe Produkte wie Kuchen, Simit oder Tee, die am Tisch serviert werden, als „im Stehen verkauft“ deklarieren, um nur 1 Prozent Mehrwertsteuer zu berechnen. Finanzbeamte erklären, dass auf diesem Weg in erheblichem Umfang Steuern hinterzogen werden.