Mindestlohn und Rentenerhöhungen verpufft: Die 5-Monats-Rechnung der Inflation

Während der Anstieg der Inflation in den ersten fünf Monaten des Jahres die Kaufkraft der Gehälter erheblich geschmälert hat, wächst die Erwartung von Arbeitnehmern und Rentnern auf eine neue Lohnerhöhung.

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Wirtschaftsindikatoren in der Türkei zeigen, dass die Gehälter seit Jahresbeginn rapide an Wert verlieren. Laut den vom türkischen Statistikamt TÜİK veröffentlichten Daten stiegen die Verbraucherpreise im Zeitraum Januar bis Mai um 16,61 Prozent. Die unabhängige Forschungsplattform ENAG berechnete die Inflation für denselben Zeitraum hingegen auf 23,57 Prozent. Angesichts der steigenden Inflation ist der Großteil der Gewinne aus den Neujahrsanpassungen der Gehälter geschmolzen.

Wie Erdoğan Süzer von Sözcü berichtet, ist die Kaufkraft des Mindestlohns, der zu Jahresbeginn auf 28.075 Lira angehoben wurde, innerhalb von fünf Monaten nach TÜİK-Berechnungen auf 24.076 Lira gesunken. Unter Berücksichtigung der ENAG-Daten fiel die Kaufkraft sogar auf 22.720 Lira. Von der ursprünglichen Erhöhung um 5.971 Lira sind den Arbeitnehmern nach den Inflationszahlen des TÜİK nur 1.972 Lira und nach ENAG-Angaben lediglich 616 Lira in der Tasche geblieben.

Auch Rentner sind vom Wertverlust ihrer Bezüge negativ betroffen. Die Kaufkraft der niedrigsten Rente, die zum neuen Jahr auf 20.000 Lira angehoben wurde, sank im Lichte der TÜİK-Daten auf 17.151 Lira und laut ENAG-Berechnung auf 16.185 Lira. Rentner sahen sich in diesem Zeitraum mit Verlusten zwischen 2.849 und 3.815 Lira konfrontiert.

Beamtengehälter sind in ähnlicher Weise gegenüber der Inflation geschrumpft. Beispielsweise verlor das Lehrergehalt, das zu Jahresbeginn bei 65.358 Lira lag, in fünf Monaten 9.310 Lira an Wert und fiel auf 56.048 Lira. Das Gehalt von Ingenieuren sank im gleichen Zeitraum um 12.068 Lira von 84.721 Lira auf 72.653 Lira. Obwohl das niedrigste Beamtengehalt von 48.487 Lira auf 58.305 Lira gestiegen war, sank der reale Wert dieses Gehalts nach fünf Monaten auf 50.000 Lira.

RUF NACH ZWISCHENZEITLICHER ERHÖHUNG

Ökonomen und Gewerkschaften weisen darauf hin, dass eine zwischenzeitliche Erhöhung des Mindestlohns und der Gehälter für Beschäftigte im öffentlichen Dienst für den Rest des Jahres unvermeidlich sei. Für Juli steht eine tarifliche Erhöhung von 7 Prozent für Beamte und Beamtenrentner auf der Tagesordnung, während die im Fünfmonatszeitraum entstandene Inflationsdifferenz bereits 5,05 Prozent erreicht hat. Somit wurde die feststehende Erhöhungsrate auf 12,4 Prozent berechnet. Für Rentner aus den Bereichen Arbeit, Gewerbe und Landwirtschaft wird eine Gesamterhöhung von 16,61 Prozent in fünf Monaten prognostiziert.

Sollte die Inflation im Juni wie erwartet bei etwa 1,5 Prozent liegen, erscheint eine Erhöhung von 14,1 Prozent für Beamte und Beamtenrentner sowie von 18,36 Prozent für Arbeiter- und Bağ-Kur-Rentner im Juli wahrscheinlich.