Minister Bayraktar kündigt an: Türkei verhandelt mit US-Unternehmen über Energie
In einem Interview erklärte der Minister für Energie und natürliche Ressourcen, Alparslan Bayraktar, dass die Türkei mit dem US-Energiekonzern ExxonMobil über ein Abkommen zur Abnahme von Flüssigerdgas (LNG) verhandelt.
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Der Minister für Energie und natürliche Ressourcen, Alparslan Bayraktar, gab der Zeitung Financial Times ein Interview. Darin erläuterte er, dass die Türkei im Rahmen eines Abkommens, das darauf abzielt, die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern und die Versorgung zu diversifizieren, mit Exxon über einen langfristigen Vertrag zur Lieferung von jährlich 2,5 Millionen Tonnen LNG verhandelt.
Nach Einschätzungen von Argus, einem Unternehmen für Energiepreisbewertungen, würden sich die Kosten für die Türkei auf jährlich etwa 1,1 Milliarden Dollar belaufen und etwa 7 Prozent des Erdgasbedarfs des Landes decken.
FÜR DIE VERSORGUNGSSICHERHEIT
Bayraktar wies darauf hin, dass die langfristigen Verträge mit Russland 2025 und mit dem Iran Ende nächsten Jahres auslaufen. Er betonte, dass für die Versorgungssicherheit Erdgas auch aus anderen Quellen bezogen werden müsse, und erklärte: „Das kann aus Russland sein, aus Aserbaidschan, aus dem Iran oder es können LNG-Optionen geprüft werden. Wir müssen schauen, welches Gas günstig ist.“
VERHANDLUNGEN MIT EXXON
Bayraktar gab an, dass die kommerziellen Bedingungen des Abkommens mit Exxon noch verhandelt würden, und fügte hinzu, dass die Türkei im vergangenen Jahr 5 Millionen Tonnen aus dem US-Spotmarkt für LNG importiert habe.
Der Energieriese Exxon plant, sein LNG-Portfolio bis 2030 auf 40 Millionen Tonnen pro Jahr zu verdoppeln, verglichen mit dem Stand von 2020. Exxon baut derzeit gemeinsam mit QatarEnergy ein neues LNG-Exportterminal am Golf von Mexiko in den USA und verfolgt zudem LNG-Projekte in Papua-Neuguinea und Mosambik. Die jährliche Kapazität der Anlage in den USA liegt bei über 18 Millionen Tonnen; die Produktion soll in der ersten Jahreshälfte 2025 beginnen.
In dem Interview verteidigte Bayraktar zudem die Beziehungen der Türkei zu Russland und wies darauf hin, dass das Land dank wettbewerbsfähiger Energieabkommen mit Russland eine große Energiekrise nach Kriegsbeginn vermeiden konnte.