Neue Beschränkungen für Airbnb-Vermietungen in Planung
Die Europäische Kommission will die rechtliche Grundlage für Beschränkungen von Kurzzeitvermietungen in Regionen mit Wohnungsnot stärken.
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Die Europäische Union (EU) bereitet eine neue Regelung vor, um lokale Beschränkungen für Kurzzeitvermietungsplattformen wie Airbnb auf eine solidere rechtliche Basis zu stellen. Ziel ist es, die Maßnahmen, die von Kommunen und lokalen Behörden ergriffen werden, insbesondere in Städten mit verschärftem Wohnungsmangel, rechtssicherer gegen Klagen zu machen.
Wie Bloomberg berichtet, arbeitet die Europäische Kommission an einer gemeinsamen Methodik, die EU-weit angewendet werden kann, um Regionen mit Wohnungsnot zu identifizieren. Im Rahmen der Regelung ist geplant, einen gemeinsamen Rahmen für die Maßnahmen zu schaffen, die in diesen Gebieten ergriffen werden können.
Es wird erwartet, dass Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dieses Thema, das als eines der Kernelemente des „Gesetzes für bezahlbaren Wohnraum“ gilt, vor ihrer jährlichen Rede vor dem Europäischen Parlament im September ankündigen wird.
Lokale Behörden sahen sich in den letzten Jahren mit zahlreichen Klagen konfrontiert, weil sie versuchten, touristische Kurzzeitvermietungen einzuschränken. Immobilieneigentümer und Betreiber von Kurzzeitvermietungen beriefen sich in diesen Verfahren auf die Regeln des EU-Binnenmarktes.
PARISER URTEIL ALS PRÄZEDENZFALL
Das Urteil in einem Rechtsstreit, den Immobilieneigentümer in Paris im Jahr 2020 gegen Beschränkungen für Kurzzeitvermietungen angestrengt hatten, gilt als eine der Grundlagen für die neuen Vorbereitungen. In dem betreffenden Urteil wurde festgestellt, dass die Regeln des Binnenmarktes in den Hintergrund treten können, wenn das öffentliche Interesse ausreichend nachgewiesen ist.
Ein Kommissionsbeamter erklärte, dass das Gesetz für bezahlbaren Wohnraum einen gemeinsamen operativen Rahmen bieten werde, der zu einer kohärenteren Anwendung der bestehenden EU-Gesetzgebung beitragen soll; zudem werde sichergestellt, dass restriktive Maßnahmen im Wohnungsbereich in einem angemessenen Verhältnis zum Ausmaß des Problems bewertet werden.
Vonseiten Airbnbs wurde darauf hingewiesen, dass die Wohnungskrise in Europa „strukturelle Lösungen“ erfordere. Ein Unternehmenssprecher betonte, man unterstütze einen evidenzbasierten und zielgerichteten Ansatz und sagte: „Die Erfahrungen vor Ort in Städten wie Barcelona und Amsterdam zeigen, dass pauschale Beschränkungen für Kurzzeitvermietungen die lokale Wohnungssituation nicht verbessern.“
Nach Daten von Eurostat werden etwa 20 Prozent des Wohnungsbestands in der EU nicht als Hauptwohnsitz genutzt. Die verstärkte Nutzung von Wohnraum für andere Zwecke als den dauerhaften Wohnsitz in Großstädten und touristischen Destinationen verringert das Angebot an verfügbarem Wohnraum für die ansässige Bevölkerung.
Eine im Jahr 2025 veröffentlichte Eurobarometer-Umfrage ergab zudem, dass mehr als die Hälfte der Stadtbewohner den Mangel an bezahlbarem Wohnraum als ein dringendes und vorrangiges Problem betrachtet, das noch vor Themen wie Arbeitslosigkeit rangiert.