Neuer Rekord beim Leistungsbilanzdefizit: Daten der Zentralbank schüren Sorgen

Laut den von der Zentralbank der Republik Türkei veröffentlichten Zahlungsbilanzdaten für März nähert sich das Leistungsbilanzdefizit dem höchsten Stand der letzten drei Jahre. Das Defizit, das die Erwartungen der Ökonomen übertraf, hat in Wirtschaftskreisen für Unruhe gesorgt.

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Die Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) hat die Zahlungsbilanzstatistik für März 2025 veröffentlicht. Den veröffentlichten Daten zufolge erreichte das Leistungsbilanzdefizit mit 9,67 Milliarden US-Dollar den höchsten monatlichen Stand der jüngsten Zeit. Die Prognosen der Ökonomen für denselben Zeitraum lagen bei etwa 9,6 Milliarden US-Dollar.

Mit dieser Entwicklung stieg das annualisierte Leistungsbilanzdefizit auf 39,7 Milliarden US-Dollar. Dieser Anstieg, der den höchsten Wert seit Januar 2023 darstellt, verdeutlicht einmal mehr die Fragilität des wirtschaftlichen Gleichgewichts.

Ohne Berücksichtigung von Gold und Energie wurde das Leistungsbilanzdefizit im März auf 3,9 Milliarden US-Dollar berechnet.

AUFFÄLLIGER ANSTIEG BEI DEN JAHRESZAHLEN

Im März wurde das Außenhandelsdefizit gemäß Zahlungsbilanz mit 77,8 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Im gleichen Zeitraum ergab sich ein Überschuss von 63,1 Milliarden US-Dollar in der Dienstleistungsbilanz. Während in der Primäreinkommensbilanz ein Defizit von 23,8 Milliarden US-Dollar auftrat, wurde in der Sekundäreinkommensbilanz ein Defizit von 1,1 Milliarden US-Dollar beobachtet.

DIENSTLEISTUNGSEINNAHMEN SORGEN WEITERHIN FÜR UNTERSTÜTZUNG

Besonders die Nettozuflüsse in der Dienstleistungsbilanz fielen auf. Im März gab es in diesem Bereich Nettozuflüsse in Höhe von 2 Milliarden 592 Millionen US-Dollar. Im Bereich der Transportdienstleistungen wurden Einnahmen von 1 Milliarde 627 Millionen US-Dollar und im Bereich Reiseverkehr von 2 Milliarden 246 Millionen US-Dollar erzielt.

STARKE BEWEGUNGEN BEI PORTFOLIO- UND DIREKTINVESTITIONEN

Betrachtet man die Unterposten der Finanzbilanz, so wurden im März Nettoabflüsse aus Direktinvestitionen in Höhe von 212 Millionen US-Dollar festgestellt. Während die Direktinvestitionen von Gebietsfremden in der Türkei zunahmen, gab es auch einen bemerkenswerten Anstieg bei den Investitionen von Inländern im Ausland. Bei Immobilienkäufen gaben türkische Investoren im Ausland 187 Millionen US-Dollar aus, während Ausländer in der Türkei Käufe im Wert von 243 Millionen US-Dollar tätigten.

Bei Portfolioinvestitionen war im März ein dramatischer Abfluss zu verzeichnen. Insgesamt kam es zu Portfolioabflüssen in Höhe von 14 Milliarden 800 Millionen US-Dollar, wobei Nettoverkäufe von 1 Milliarde 79 Millionen US-Dollar am Aktienmarkt und 6 Milliarden 399 Millionen US-Dollar bei staatlichen inländischen Schuldverschreibungen stattfanden.

RÜCKGANG DER RESERVEN FÄLLT AUF

Im Posten der sonstigen Investitionen sanken die Einlagen ausländischer Banken in der Türkei um 6 Milliarden 915 Millionen US-Dollar. Zudem wurde bei den offiziellen Währungsreserven im März ein Netto-Rückgang von 43 Milliarden 420 Millionen US-Dollar verzeichnet. Diese Situation wirft Fragen zur Nachhaltigkeit der Reserven der Zentralbank auf.

Wirtschaftsexperten weisen darauf hin, dass das steigende Leistungsbilanzdefizit und der Rückgang der Reserven genau beobachtet werden müssen. Es wird betont, dass die Wirtschaftspolitik in der kommenden Zeit auf Basis dieser Daten gestaltet werden könnte.