Ökonom Duran Bülbül äußert sich zu Renten und Mindestlohn
Der Ökonom Duran Bülbül äußerte sich in der Sendung „Anında Manşet“ auf TELE1 zu den Erhöhungen bei Renten und Mindestlohn.
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Ökonom Duran Bülbül war zu Gast in der Sendung Anında Manşet auf TELE1.
Bülbül erklärte, dass 70 Prozent der türkischen Bevölkerung an der Armutsgrenze leben, und sagte: „Die Türkei ernährt sich mittlerweile von der Armut. Es gibt eine Entscheidung, die die politischen Machthaber in den letzten 20 Jahren getroffen haben. Man hat sich vom Konzept des Sozialstaats verabschiedet und einen Gendarmerie-Staat aufgezwungen. Die Finanzierung des Kapitals und der Regierung wurde auf dem Rücken der Armen ausgetragen.“
„DIE AKP-REGIERUNG HAT UNSEREM LAND DIE NEOLIBERALE POLITIK AUFGEZWUNGEN“
Bülbül äußerte sich zu den jüngsten Rentenerhöhungen wie folgt:
„Die grundlegende Einkommenssicherung der Rentner muss gewährleistet sein. Zweitens muss eine zugängliche Gesundheitsversorgung sichergestellt werden. Drittens müssen diese Rentner ihren Kindern eine Rückversicherung bieten können. Für ältere Menschen muss eine grundlegende Einkommens- und Gesundheitsabsicherung gewährleistet sein. Das ist unerlässlich und auch verfassungsrechtlich verankert. Die Verfassung besagt, dass Rente und soziale Sicherheit Grundrechte sind. Ich möchte in diesem Zusammenhang an die Verfassung erinnern: Gemäß Artikel 49, Absatz 1 der Verfassung ist Arbeit das Recht eines jeden. Artikel 56 der Verfassung besagt, dass jeder in einer gesunden und ausgeglichenen Umgebung leben muss und leben gelassen werden muss. Von wem? Vom Staat. Das grundlegende Problem hierbei ist: Unter dem Deckmantel einer Gesundheitsreform hat die AKP-Regierung unserem Land eine neoliberale Politik aufgezwungen und die soziale Sicherheit ihrer Eigenschaft als Grundrecht beraubt.“
„STEHLEN WÄRE HARMLOS, SIE HABEN DIEBSTAHL BEGANGEN“
Bülbül fuhr fort:
„Ein Arbeitnehmer, der 2002 in Rente ging, erhielt 1 Million 750 Tausend Lira als Abfindung. Im Jahr 2023 erhält derselbe Arbeiter 500 Tausend Lira. Ein weiteres Problem: Ein Arbeiter erhielt 2002 für seine Abfindung umgerechnet 838 Tausend Dollar. Heute erhält derselbe Arbeiter 25 Tausend Dollar. Sehen Sie, ich beschreibe Ihnen die Verarmung. Die Obergrenze für Abfindungen liegt derzeit bei 35 Tausend Lira. Wäre die Obergrenze nicht geändert worden, würde ein Arbeiter heute statt 35 Tausend Lira 150 Tausend 18 Lira erhalten. Stehlen wäre harmlos, sie haben Diebstahl begangen.
Nach 2008 fiel diese Quote auf 38 Prozent. Sehen Sie, das ist der Grund für die Verarmung. Egal wie sehr Sie das erhöhen, die Rentner werden arm bleiben.“
„DAS PARLAMENT MUSS DAFÜR RECHENSCHAFT FORDERN“
Zu den Rentenbezügen sagte Bülbül:
„Ein weiteres Problem: Die niedrigste Rente liegt bei 10 Tausend Lira. Im Haushalt 2024 sind 2,8 Billionen Lira für Personalausgaben vorgesehen. Im Jahr 2023 beliefen sich die für Personalausgaben bereitgestellten Mittel auf 975 Tausend Lira, das ist eine Verdreifachung. Wenn wir uns die Personalausgaben im Haushalt 2023 ansehen, was hätte sein müssen? Die niedrigste Rente müsste bei 22 Tausend 500 Lira liegen. Warum hätte das so sein müssen? Weil es dem eigenen, von der Regierung erstellten Haushalt entsprechen müsste. Das Parlament muss dafür Rechenschaft fordern.“
„DIE AKP-REGIERUNG HAT DAS GESETZ GEÄNDERT UND DIE LEBENSQUALITÄT DER MENSCHEN GEPLÜNDERT“
Bülbül kritisierte die Haushaltsausgaben der AKP: „Das größte Problem hierbei ist, dass wir nicht feststellen können, wofür und wie die Regierung Ausgaben tätigt und in welche Posten sie Gelder umschichtet. Das geschieht in autoritären und totalitären Regimen. Insbesondere hat die Regierung das Alter und die Rente ins Visier genommen. Sie haben das Gesetz geändert und das Renteneintrittsalter angehoben. Sie haben den Menschen ihre Rente gestohlen. Was ist passiert? Die AKP-Regierung hat das Gesetz geändert. Sie hat den Wohlstand und die Lebensqualität der Menschen geplündert.“