Szenario von Ökonom Timothy Ash zu Mehmet Şimşek: Bei einem Abgang ist eine Systemkrise sehr wahrscheinlich

Nach Gerüchten über einen Rücktritt von Finanzminister Mehmet Şimşek verzeichnete der BIST-100-Index einen starken Einbruch. Der bekannte Ökonom Timothy Ash erklärte, dass im Falle eines Ausscheidens von Şimşek die Wahrscheinlichkeit einer Systemkrise in der Türkei hoch sei und Investitionen aus der Golfregion gefährdet werden könnten.

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In den vergangenen Tagen kamen Behauptungen auf, dass Finanzminister Mehmet Şimşek zurücktreten wolle.

Der Borsa Istanbul BIST-100-Index schloss den Freitag nach diesen Gerüchten mit einem Wertverlust von 2,55 Prozent bei 9.668,10 Punkten.

Während das Ministerium und Mehmet Şimşek die Berichte dementierten, kündigte die Kapitalmarktbehörde (SPK) an, dass gegen diejenigen, die gezielte und irreführende Nachrichten verbreiten, welche zu ungewöhnlichen Preis- und Mengenbewegungen führen, sowie gegen die Verbreiter dieser Nachrichten, rechtliche Schritte eingeleitet und Untersuchungen aufgenommen wurden.

Der bekannte britische Ökonom Timothy Ash analysierte die wirtschaftlichen Szenarien, die bei einem Ausscheiden von Mehmet Şimşek eintreten könnten.

'EINE SYSTEMKRISE IST SEHR WAHRSCHEINLICH'

Ökonom Ash schrieb dazu auf seinem X-Account:

"Um es offen zu sagen: Wenn Şimşek zurücktritt oder entlassen wird, werden die Portfoliozuflüsse von über 20 Milliarden Dollar, die im letzten Jahr zu verzeichnen waren, allesamt abfließen, begleitet von einer beschleunigten Dollarisierung, einem massiven Verlust an Devisenreserven und einer erneuten großen Abwertung. Eine Systemkrise (Banken, Zahlungsbilanz und Staatsverschuldung) ist sehr wahrscheinlich.

Sollte die Türkei nicht an einer orthodoxen Wirtschaftspolitik festhalten, wird das Geld aus der Golfregion, das noch auf Investitionen in der Türkei wartet, nicht kommen; denn für diese Investoren sind zumindest verlässliche makroökonomische Rahmenbedingungen erforderlich."